Gedenkausstellung in Umhausen: NS-Krankenmorde aus dem Ötztal
In Umhausen wird am 25. April bei der Kirche Maria Schnee eine Ausstellung eröffnet, die an die Opfer des nationalsozialistischen Krankenmordes erinnert. Zwölf Menschen aus dem Ötztal fielen diesem Verbrechen zum Opfer.
Umhausen – Die Ausstellung „Aus unserer Mitte“ beleuchtet die brutalen Verbrechen des NS-Regimes an psychisch, geistig und körperlich beeinträchtigten Menschen. Lange Zeit wurde dieses Kapitel der Geschichte verschwiegen, doch nun wird es in einer bleibenden Ausstellung thematisiert. Kurator Oliver Seifert, Historiker am Landeskrankenhaus Hall, hat sich intensiv mit der Geschichte des NS-Krankenmords auseinandergesetzt und präsentiert seine Forschungsergebnisse in Umhausen.
Seifert ist bekannt für seine Arbeiten zur Verfolgung im Nationalsozialismus und zur Psychiatriegeschichte. Sein Beitrag zur Ausstellung basiert auf umfassenden Studien und bildet die Grundlage für ein Buch der Ötztaler Museen sowie einen Audioguide. Diese Werke, die ab dem 2. Juni verfügbar sind, bieten einen tiefen Einblick in die Thematik und das Ausmaß der NS-Euthanasie.
Die gestalterische Umsetzung der Ausstellung übernahmen Teresa Stillebacher und Lino Lanzmaier, die den historischen Inhalt visualisierten. Ziel der Ausstellung ist es, ein dauerhaftes Zeichen des Gedenkens zu setzen und die Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit im Ötztal lebendig zu halten.
Die Eröffnung findet am 25. April um 16 Uhr statt. Die Ausstellung ist vorerst unbegrenzt zu sehen und Teil des Projekts „NS-Zeit im Ötztal“, das die lokale Geschichte dieser dunklen Epoche beleuchtet. Die Ausstellung und die begleitenden Medien sollen dazu beitragen, die grausamen Taten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. (TT)