Krieg in der Ukraine: Trump spricht von „Vereinbarung mit Russland“
Beim größten Luftangriff Russlands auf Kiew seit Jahresbeginn wurden mindestens acht Menschen getötet. Rakete aus Nordkorea im Einsatz.
Washington, Moskau, Kiew – US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche Einigung im Ukraine-Krieg angedeutet. Russland sei zu einer Übereinkunft bereit, sagte Trump im Weißen Haus: „Und ich denke, wir haben eine Vereinbarung mit Russland.“ Einzelheiten wurden freilich nicht bekannt. Zur Ukraine sagte er unter Verweis auf Präsident Wolodymyr Selenskyj: „Wir müssen eine Einigung mit Selenskyj erzielen.“ Das sei schwieriger, als er erwartet habe.
Trumps Erklärung schien zunächst im Widerspruch zu den jüngsten Aussagen hochrangiger US-Regierungsvertreter zu stehen. Wenige Stunden zuvor hatte seine Sprecherin Karoline Leavitt erklärt, Trump sei frustriert über die ausbleibenden Erfolge in den Verhandlungen. Außerdem scheine sich Selenskyj „in die falsche Richtung zu bewegen“.
Moskau will besetzte Gebiete in der Ukraine behalten
Russland ist laut Kremlsprecher Dmitri Peskow zu einem Waffenstillstand und Friedensabkommen mit der Ukraine bereit, wenn Kiew auf die von Moskau annektierten Gebiete vollständig verzichtet. „Es gibt vier Regionen, die in unserer Verfassung enthalten sind. Die ukrainische Armee muss ihre Waffen niederlegen und sich zurückziehen. Wenn sie dies tut, werden die militärischen Operationen sofort eingestellt“, sagte Peskow dem französischen Nachrichtenmagazin Le Point. Dabei geht es um die von Russland teilweise besetzten Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson.
Russlands Führung bezeichnete Selenskyj als unfähig, eine Vereinbarung abzuschließen. Trump tadelte den ukrainischen Präsidenten, weil er sich weigere, den Anspruch Moskaus auf die ukrainische Halbinsel Krim anzuerkennen. Russland hatte die Krim 2014 völkerrechtswidrig annektiert. Die Führung in Kiew hat eine Abtretung der Krim wiederholt dezidiert ausgeschlossen.
Rakete aus Nordkorea im Einsatz
Unterdessen wurden beim größten Angriff Russlands auf Kiew seit Jahresbeginn in der Nacht auf Donnerstag mindestens acht Menschen getötet und mehr als 70 verletzt, darunter auch sechs Kinder. Der Beschuss löste Brände aus, zerstörte Gebäude und begrub Einwohner unter Trümmern. Die russischen Streitkräfte haben einem Insider zufolge eine aus Nordkorea stammende Rakete eingesetzt. „Wladimir, STOPP!“, schrieb Trump in der Folge auf seiner Plattform Truth Social. (TT, APA, Reuters, dpa)