80 Jahre Wiedererrichtung der Republik: Stiller Festakt an großem Gedenktag
Am 27. April 1945 – noch vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs – unterzeichneten die Gründungsparteien der Zweiten Republik die Unabhängigkeitserklärung.
Wien – Im Frühjahr des Jubiläumsjahrs 2025 häufen sich die Gedenkfeiern: Das Ende des Zweiten Weltkriegs, und damit das Ende der Nazi-Herrschaft, die Befreiung der Konzentrationslager und der Beginn der Zweiten Republik jähren sich in diesen Wochen zum 80. Mal. In Österreich kommen zwei weitere Jubiläen dazu: Am 15. Mai 1955 wurde der Staatsvertrag unterzeichnet, damit war zehn Jahre nach 1945 auch die Besatzung durch die vier alliierten Mächte zu Ende. Und 1995 wurde Österreich Mitglied der EU.
Gedenken im strömenden Regen
Am Freitag gedachte die Staatsspitze bei strömendem Regen im Schweizergarten vor dem Staatsgründungsdenkmal der Wiedererrichtung der Republik Österreich im Jahr 1945. Begleitet wurden Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und Staatssekretär Josef Schellhorn (NEOS).
Ebenfalls angetreten ist das Gardebataillon des Bundesheeres, um die Zeremonie mit einem militärischen Festakt zu umrahmen. Auch einige Schaulustige haben sich unter Regenschirmen hinter den Absperrungen versammelt, um dem Gedenken beizuwohnen. Nach Erklingen der Bundeshymne und dem Abschreiten der Front wurde die Flagge gehisst. Anschließend gab die Gardemusik noch die Europahymne zum Besten, bevor sich die Spitzenpolitiker vor dem Denkmal für Fotos positionierten. Reden waren auch unabhängig von den Witterungsverhältnissen nicht geplant.
Historischer Vertrag
Noch vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Kapitulation der deutschen Wehrmacht wurde die „Proklamation über die Selbstständigkeit Österreichs“ am 27. April 1945 von den Gründungsparteien der Zweiten Republik – SPÖ, ÖVP und KPÖ – unterzeichnet. Mit den Unterschriften der drei Parteivorsitzenden wurde der „Anschluss“ an Nazi-Deutschland für „null und nichtig“ und die Republik Österreich für „wiederhergestellt“ erklärt. Außerdem wurde die Einsetzung einer provisorischen Staatsregierung beschlossen. Der Sozialdemokrat Karl Renner wurde daraufhin der erste Kanzler nach dem Krieg.
Das 1966 errichtete Denkmal soll sowohl an die Gründung der Republik 1918 als auch an ihre Wiedererrichtung 1945 erinnern. (TT, APA)