Rekord-Zuwachs: Die Militärausgaben der Europäer im weltweiten Vergleich
Das renommierte SIPRI-Institut hat die Militärausgaben des Vorjahres dokumentiert. Die Entwicklung ist in mehrerlei Hinsicht außergewöhnlich.
Stockholm – Weltweit sind die Militärausgaben im Vorjahr um 9,4 Prozent gestiegen (inflationsbereinigt) – und damit so stark wie noch nie seit dem Ende des Kalten Kriegs. Das geht aus der jüngsten Veröffentlichung des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI hervor.
Brennpunkt dieser Entwicklung war Europa (inklusive Russland). Alle Staaten des Kontinents – mit Ausnahme von Malta – steigerten ihre Militärausgaben. Insgesamt kamen die Europäer auf ein Plus von 17 Prozent. Die Forscher erklärten das vor allem als Folge des Ukraine-Kriegs.
Deutschland vorne
Innerhalb Europas hat sich Deutschland nach vorn geschoben. Mit einem Anstieg der Militärausgaben von 28 Prozent zeigte das Sondervermögen für die Bundeswehr seine Wirkung. Es war 2022 nach Russlands Überfall auf die Ukraine verabschiedet worden. Erstmals seit der Wiedervereinigung lag Deutschland im Vorjahr auf Platz vier der weltweiten Militärausgaben – vor den Atommächten Großbritannien und Frankreich.
Global gesehen dominieren weiterhin die USA, die alleine für etwa 37 Prozent aller Militärausgaben verantwortlich zeichnen. Einen größeren Zuwachs verzeichnete China, das seit drei Jahrzehnten massiv aufrüstet und den Abstand zu den USA weiter verringert.
China schließt auf
Die Differenz bei der militärischen Leistungsfähigkeit dürfte deutlich geringer sein, als der Abstand bei den Ausgaben vermuten lässt. Denn die USA verzeichnen wesentlich höhere Stückkosten für Waffen und Ausrüstung und höhere Personalkosten als China.
Außerhalb Europas verzeichnete SIPRI vor allem im Nahen Osten eine Steigerung der Militärausgaben. Alleine in Israel gab es ein Plus von 65 Prozent. (TT, dpa, APA)