Militärparade in Moskau: Putin rechtfertigt am „Tag des Sieges“ Krieg gegen Ukraine
Über 10.000 Soldaten aus mehreren Ländern bei Militärparade in Moskau. Startschuss für Sondertribunal zum russischen Angriffskrieg.
Moskau, Washington, Lwiw – Kremlchef Wladimir Putin hat die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz am Freitag zur Rechtfertigung seiner Invasion in der Ukraine genutzt. „Russland bleibt ein unüberwindbares Hindernis für Nazismus, Russophobie und Antisemitismus“, sagte er vor über 10.000 Soldaten und zahlreichen internationalen Staatsgästen auf der Tribüne zum russischen „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland vor 80 Jahren. Moskau werde gegen die Vertreter solcher aggressiven und zerstörerischen Ideen weiter hart kämpfen, kündigte Putin an. Wahrheit und Gerechtigkeit seien auf der Seite Russlands, sagte der Kremlchef dabei mit Blick auf seinen Krieg in der Ukraine. Putin betonte, dass die Soldaten der Sowjetarmee den entscheidenden Anteil am Sieg über Hitler-Deutschland im Zweiten Weltkrieg geleistet hätten.
Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping stand als höchster ausländischer Staatsgast direkt neben Putin auf der Tribüne. Von den westlichen Alliierten kamen hingegen wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine keine offiziellen Vertreter. Als einziger Regierungschef eines EU- und NATO-Landes ist der Slowake Robert Fico nach Moskau gereist. Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vucic nahm an der Parade teil. Neben russischen Soldaten marschierten dabei auch Einheiten aus mehreren Ex-Sowjetrepubliken, aber auch aus China, Laos, Myanmar und Ägypten über den Roten Platz. Unter den russischen Soldaten waren dabei auch Kämpfer, die Moskau in seinem Krieg gegen die Ukraine einsetzt. Nach der Parade begrüßte Putin auch nordkoreanische Soldaten. Nach der Militärparade legte Putin am Grab des unbekannten Soldaten einen Ehrenkranz für die Gefallenen nieder.
Sondertribunal zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine
Eine Gruppe von mehr als 30 Außenministern und Diplomaten aus Europa und Partnerländern hat unterdessen den Startschuss für ein internationales Sondertribunal zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gegeben. Die Runde verabschiedete am Freitag bei einem Sondertreffen der EU-Außenminister im westukrainischen Lwiw eine entsprechende Erklärung. Das Richtergremium soll in Den Haag angesiedelt werden und Top-Vertreter der russischen Führung zur Verantwortung ziehen
US-Präsident Trump pocht auf eine 30-tägige bedingungslose Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine und droht erneut mit Sanktionen. „Wird der Waffenstillstand nicht eingehalten, werden die USA und ihre Partner weitere Sanktionen verhängen“, schrieb er auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social. (TT, dpa, APA)
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