Thommy sagt Ciao

Ende einer Ära: TV-Legende Thomas Gottschalk verkündet Show-Aus im Fernsehen

Am Samstag verkündete der 74-jährige Showmaster und jahrelange „Wetten, dass“ Moderator sein TV-Aus.
© IMAGO/Matthias Gränzdörfer

Er war das Gesicht der Samstagabendshows, doch nun soll Schluss sein. Entertainer Thomas Gottschalk hat das endgültige Ende seiner TV-Karriere bekanntgegeben. Das Datum für seine letzte Show steht auch schon fest.

Berlin – Das TV-Publikum hat eine gewisse Routine darin, von Thomas Gottschalk Abschied zu nehmen. 1992 stieg er erstmals bei „Wetten, dass..?“ aus, 2011 machte er zum zweiten Mal dort Schluss. 2023 gab er zum dritten und wohl letzten Mal den Show-Klassiker ab. Immer blieb er dennoch stark präsent. Doch am Samstagabend ging er noch einen Schritt weiter und verabschiedete sich ganz von seinem wichtigsten Sendeplatz.

Älter als der Papst

„Ich habe 35 Jahre lang den Samstagabend betreut und im Griff gehabt“, sagte Gottschalk in der RTL-Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ - ein Format von Barbara Schöneberger, Günther Jauch und ihm selbst. Er habe aber immer betont: Wenn der Tag erreicht sei, an dem er älter sei als der Papst, müsse Schluss sein - und der neugewählte Pontifex Leo XIV. ist 69 Jahre alt. Allerdings willigte der TV-Routinier ein, Anfang Dezember noch einmal in einer Abschiedssendung aufzutreten. Zuvor hatte die Bild-Zeitung berichtet. „Ich werde am nächsten Sonntag (18. Mai) 75 und das ist für einen Moderator der Punkt, wo man sagen sollte, man nimmt sich selber raus“, sagte der 74-Jährige.

In der großen Zeit von „Wetten, dass..?“ versammelte Gottschalk zuweilen fast 18 Millionen Menschen vor dem Bildschirm. Sie sahen 1995, wie Michael Jackson beim „Earth Song“ über der Bühne hing. 1998, wie Götz George ausflippte, weil sich „Thommy“ angeblich so schlecht über seinen neuen Film informiert hatte. 2004, wie Angelina Jolie eine riesige Würgeschlange um den Hals trug. Solche Gesprächsstoff-Momente machten die Show groß.

„In meinem Alter muss man nicht mehr „cool“ sein“

Auch außerhalb von „Wetten, dass..?“ war Gottschalk immer sehr umtriebig. Mit 70 Jahren gewann er ein Wissensduell gegen Joko Winterscheidt: unter anderem, weil er korrekt Hammer und Zirkel auf der DDR-Flagge erinnerte und nicht Hammer und Sichel wie Winterscheidt. Damit wurde er vom Gast zum Gastgeber der ProSieben-Sendung „Wer stiehlt mir die Show?“.

Auch mit der Überraschungsshow „Denn sie wissen nicht, was passiert“ auf RTL fuhr er noch bis zu seiner nunmehrigen Ankündigung Topquoten ein. Das Publikum sollte ihn also keineswegs abschreiben.

Aufregung um „Ungefiltert“

Gegenwind erfuhr Gottschalk hingegen zuletzt häufiger, wenn er sich kritisch zu Gesellschaftsthemen äußerte. Zuweilen wurde ihm auch Sexismus vorgeworfen. In seinem Buch „Ungefiltert“ spricht er über das Showbusiness, die Influencer-Szene, das Gendern und die „Generation Z“. Er nehme keine Rücksicht mehr darauf, ob das, was er sage, politisch korrekt sei, sagte Gottschalk kürzlich der dpa. „In meinem Alter muss man nicht mehr „cool“ sein, das war ich mein Leben lang.“ (APA, dpa)

Mehr zum Thema:

undefined

Auf Lesereise

Here we Go(ttschalk) again: „Alter weißer Mann“ machte in Wien Station

undefined

Aus der Zeit gefallen

Der Mann mit der Doppelmoral: Gottschalk hadert mit der jungen Generation und diese mit ihm