Neue modulare Bushaltestelle in Söll als Prototyp für ganz Tirol
Beim Kreisverkehr in Söll steht eine neue Bushaltestelle. Sie soll nicht nur sichtbares Zeichen für nachhaltige Mobilität, sondern ein Bauwerk „zum Nachmachen“, Handbuch inklusive, sein.
Söll – Eine Pressekonferenz in einem Bus gibt es nicht alle Tage. Aber für die Einweihung dieser neuen Bushaltestelle, könnte es kaum einen passenderen Ort als einen „KaiserJet“ geben. Der Bus verbindet die vier Orte Söll, Scheffau, Ellmau und Going und fährt im Auftrag des Tourismusverbands Wilder Kaiser seit 10. Mai wieder alle kostenlos durch die Region. Geparkt hat der Bus während der Presse-Veranstaltung bei der Bushaltestelle „Söll Kreisverkehr“ - sie war der eigentliche „Protagonist“ des Presseevents: Das Wartehäuschen ist das erste seiner Art und soll bald an 20 Standorten in der Region und längerfristig in ganz Tirol „nachgebaut“ werden.
„Die neue Haltestelle ist ein wichtiger Baustein unserer Mobilitätsstrategie. Am Wilden Kaiser denken wir Mobilität nicht isoliert – sondern als vernetztes System für die Zukunft. Für Gäste wie Einheimische, für Alltag, Freizeit und Urlaub“, sagt TVB-Geschäftsführer Lukas Krösslhuber. So gilt die Region am Fuße des Wilden Kaisers als Vorreiter in Sachen nachhaltiger (Gäste-)Mobilität, das belegen mitunter zwei VCÖ-Auszeichnungen sowie der Energy Globe Award für Tirol, die dem TVB in den vergangenen Jahren zuteilwurden. Aber: An der Bushaltestelle haltet keineswegs nur der TVB-„KaiserJet“, auch der reguläre öffentliche Verkehr fährt die Haltestelle an.
Nachhaltiges Design von Snøhetta
Vom international renommierten Archtiketurbüro Snøhetta entworfen, ist das Bauwerk modular aufgebaut und kann in verschiedenen Größen und Ausführungen „nachgemacht“ werden. Dabei folgt sie zentralen Kriterien der Nachhaltigkeit. Angefangen bei den verwendeten Materialien (heimisches Fichtenholz) über Beleuchtung und Dachbegrünung bis hin zur Umsetzung durch regionale Handwerker unter der Federführung von Holzbau Daxenbichler aus Söll. Multifunktionale Details wie eine digitale Anzeigentafel, aber auch Fahrradbügel, die im Winter als Skihalter fungieren, passen sich ideal an die sommerlichen bzw. winterlichen Bedürfnisse der NutzerInnen an.
Umgesetzt wurde die Haltestelle mit Unterstützung der Tirol Werbung, die auch die Planungsarbeiten finanziert hat. Der Hintergrund: Die Bushaltestelle soll eben nicht nur am Wilden Kaiser als Schatten- und Regenschutz beim Warten auf den Bus dienen, sondern kann von anderen Gemeinden oder Tourismusverbänden in Tirol ganz einfach nachgebaut werden. Dafür wird von der TW ein eigenes „Handbuch“ produziert, all jene die sie nachbauen, sparen sich damit die Planungskosten. Die Kosten für die Umsetzung bezifferte man bei der Pressekonferenz mit 20.000 bis 30.000 Euro.
„Mit einem einheitlichen, modularen Haltestellendesign schaffen wir funktionale, hochwertige und gestalterisch überzeugende Orte für den öffentlichen Verkehr in Tirol. Gemeinden und Tourismusverbände erhalten damit ein flexibles und praxistaugliches Konzept, das Komfort, Design und Umweltbewusstsein verbindet“, so Julia Steiner, die bei der Tirol Werbung den Bereich „Nachhaltigkeit & Partnerschaften“ leitet.
In der Region Wilder Kaiser ist außerdem die Gemeinde Söll am Prototyp beteiligt: Sie hat für die Unterkonstruktion gesorgt und übernimmt ab nun auch die Instandhaltung. „Wir sind stolz, in Söll mit dieser modernen Lösung eine Vorreiterrolle einzunehmen, sowohl in der Region, als auch tirolweit“, betont Sölls Bürgermeister Wolfgang Knabl, der ebenfalls bei der Inbetriebnahme anwesend war. Die zweite, neue Bushaltestelle wird übrigens in gut acht Wochen in Going beim Badesse zu finden sein.
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