Lehre gemacht– und dann?
Nach erfolgreichem Abschluss einer Lehre eröffnen sich jungen Menschen zahlreiche und vielfältige Möglichkeiten am Arbeitsmarkt.
Von Johanna Muro
Sprungbrett ins Unternehmertum? Die Meister- oder Unternehmerprüfung? Oder doch noch ein Studium? Nach der Lehre stehen einem mit der Berufsreifeprüfung zunächst einmal alle Wege offen. Viele Lehrabsolventen bleiben gleich in ihren Ausbildungsbetrieben, die oft zahlreiche gute Aufstiegsmöglichkeiten bieten: „Im Handel beispielsweise kommen viele Filialleiter ebenfalls aus der Lehre. Wer mit einer Lehre gestartet ist, bringt bereits viel Erfahrung aus der Praxis mit – das ist in vielen Betrieben sehr beliebt“, erklärt Helmut Wittmer von der Wirtschaftskammer Tirol. Auch um Möglichkeiten zur innerbetrieblichen Weiterbildung sind viele Betriebe bemüht: Neben Lehrwerkstätten zählen hierzu auch andere Weiterbildungsmöglichkeiten zur höheren beruflichen Bildung, mit der sich Lehrabsolventen bis auf das Level eines Masterabschlusses qualifizieren können. Doch auch das Einschlagen einer akademischen Laufbahn nach der Lehre ist nicht unüblich: Der praktische Bezug zum Fach kann auch in einem anschließenden Studium sehr hilfreich sein.
Gute Berufs- und Verdienstaussichten für Fachkräfte
Lehrabsolventen mit praktischer Ausbildung sind in sämtlichen Branchen sehr gefragt: „Auch der Arbeitsmarkt ist ein Markt. Da Fachkräfte immer noch stark gesucht werden, sind sowohl die Berufs- als auch die Verdienstaussichten sehr gut, auch die Einkommen für Lehrlinge sind gestiegen“, erzählt Wittmer. Der dynamische Arbeitsmarkt ermöglicht sogar Branchenwechsel, die nach der Lehre oft in verkürzter Zeit möglich sind.
Wer unternehmerisch veranlagt ist, kann nach einer Lehre auch den Schritt in die Selbstständigkeit wagen – hierfür gibt es mittlerweile viel Unterstützung durch die Wirtschaftskammer. Welcher Karriereweg für einen am besten geeignet ist, stellt sich im Laufe der Lehrjahre heraus:
„Nach der Lehre wissen die meisten Absolventen genau, welchen Weg sie gehen wollen – das ist nach ein paar Jahren Arbeitserfahrung gut abschätzbar. Um sich selbst den Weg für eine erfolgreiche Karriere im Anschluss zu ebnen, ist es wichtig, Motivation und Interesse mitzubringen: Viele Betriebe bieten gerne Zusatzausbildungen für den innerbetrieblichen Aufstieg an. Auch die Matura während der Lehre, empfohlen ab dem zweiten Lehrjahr, kann dafür hilfreich sein“, erklärt Wittmer.