Konjunktur schwach

Stimmung in Wirtschaft noch trüber, Champagner-Index sackt ab

Bei heimischen Wirtschaftstreibenden ist angesichts der anhaltend schwachen Konjunktur die „Champagnerlaune" unlängst der „Katerstimmung" gewichen.
© IMAGO/Michael Bihlmayer

Die Stimmung in der Wirtschaft trübte sich im April neuerlich ein. Der Bank-Austria-Konjunkturindikator sackte ab. Im Gesamtjahr wird neuerlich ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts erwartet.

Da kommt keine Feierlaune auf: Wie es um die Lage der heimischen Wirtschaft bestellt ist, hat Marketagent in Zusammenarbeit mit dem Public Relations Verband Austria in einem sogenannten „Champagner-Index“ erhoben. Er ging dieses Jahr in die dritte Auflage.

Fazit: Bei heimischen Wirtschaftstreibenden ist angesichts der anhaltend schwachen Konjunktur die „Champagnerlaune“ unlängst der „Katerstimmung“ gewichen: Man habe die Unternehmerschaft gebeten, die aktuelle Wirtschaftslage als Füllstand in einem Champagner-Glas wiederzugeben.

„Aktuell wird die Füllhöhe von den Unternehmensinsidern im Durchschnitt nur noch mit 41,5 Prozent bemessen. Der Vergleich mit den Vorjahren macht deutlich, dass sich die Aussichten immer weiter eintrüben. 2023 war das Glas mit 53,4 Prozent noch gut halb voll“, erklärte Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent. Deutlich besser ist die Stimmung bei den Nachbarn in der Schweiz: Hier ist die Champagner-Flöte zu 68,3 Prozent gefüllt.

Kein „Befreiungsschlag“

Dass die österreichische Wirtschaft weiterhin nicht vom Fleck kommt, zeigt auch einmal mehr der von der UniCredit Bank Austria errechnete Konjunkturindikator. Er sank im Vormonat auf minus 2,9 Punkte, die Hoffnung auf einen Aufschwung durch die leichte Verbesserungstendenz nach dem Jahreswechsel hat sich damit nicht erfüllt. Auch das minimale Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal bringe voraussichtlich nicht den lange ersehnten „Befreiungsschlag“, schrieb das Geldinstitut am Donnerstag.

Weniger Konsumvertrauen

„Angesichts der bestehenden Herausforderungen wird sich erst in den kommenden Monaten erweisen, ob die Rezession der österreichischen Wirtschaft geendet oder nur eine Pause eingelegt hat“, erklärte Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. Bestimmend für die Verschlechterung der Konjunkturstimmung mit Beginn des zweiten Quartals sei ein geringeres Konsumentenvertrauen, das sich auf die Stimmung im Dienstleistungssektor niederschlug. Eine leichte Verbesserung gibt es am Bau und in der Industrie. (APA)