Alarmierende Waldverluste

Alarmstufe Rot: Neuer Rekord bei Abholzung der tropischen Regenwälder

Mehr als 40 Prozent der Entwaldung im Vorjahr fand in Brasilien – wie hier im Amazonas-Gebiet – statt.
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Durch Brandrodung wurden riesige Flächen zerstört – vor allem in Brasilien. Auch für das Weltklima ist die Entwaldung fatal.

Washington – Die großen Wälder der Welt schwinden in atemberaubendem Tempo: In jeder Minute ist im Vorjahr eine Fläche tropischen Regenwalds so groß wie 18 Fußballfelder verloren gegangen. Das rechnet die Denkfabrik World Resources Institute (WRI) vor, die mit Daten der Universität Maryland eine „Global Forest Watch“-Plattform betreibt. So wurden 2024 rund 6,7 Millionen Hektar tropische Urwälder zerstört, eine Fläche fast so groß wie Irland oder Bayern. Das ist fast doppelt so viel wie 2023. In den Daten, die bis zum Anfang des Jahrtausends zurückgehen, hat das Jahr 2024 im Hinblick auf die Waldzerstörung einen neuen Rekord aufgestellt.

Alarmstufe Rot

„Es herrscht Alarmstufe Rot“, erklärt WRI-Wald-Expertin Elizabeth Goldman. Erstmals war Feuer mit fast 50 Prozent der Hauptgrund für die Zerstörung der tropischen Wälder. Die meisten Brände wurden von Menschen gelegt, etwa um Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung zu präparieren.

Gewaltige Mengen an Treibhausgasen freigesetzt

Auch für das Weltklima ist die Entwaldung fatal: Je weniger Wälder, desto weniger Kohlenstoff können diese aufnehmen. Und die Feuer setzten laut WRI im Vorjahr 4,1 Gigatonnen Treibhausgase frei – das entspricht mehr als viermal den Emissionen des gesamten Luftverkehrs im Jahr 2023.

Was den Kampf gegen die Entwaldung angeht, ist die Welt fernab von ihrem angestrebten Kurs: Vor vier Jahren versprachen auf der damaligen Weltklimakonferenz mehr als 140 Länder, bis 2030 die Entwaldung zu stoppen und massiv aufzuforsten. Der WRI-Analyse zufolge haben heute 17 der 20 Länder mit den größten Urwaldflächen größere Waldverluste als zu dem Zeitpunkt, an dem der Pakt gegen die Entwaldung unterzeichnet wurde.

Brasilien Spitzenreiter bei Entwaldung

Mehr als 40 Prozent der Entwaldung im vergangenen Jahr fanden in Brasilien statt. Es habe zwar Fortschritte unter Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva gegeben, aber die Bedrohung der Wälder bleibe bestehen, hält die Denkfabrik fest. Eine außergewöhnliche Dürre und hohe Temperaturen hätten dafür gesorgt, dass sich Feuer in ungekanntem Maße ausbreiten konnten. (TT, dpa)