Warten auf Hilfslieferungen

Netanyahu bietet für Geiselrückkehr befristete Waffenruhe im Gazastreifen an

Der Gazastreifen ist praktisch zerstört, die humanitäre Lagen für die BewohnerInnen katastrophal.
© APA/AFP/BASHAR TALEB

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu bietet eine befristete Waffenruhe im Gazastreifen an, um die Rückkehr der dort noch festgehaltenen israelischen Geiseln zu ermöglichen. Für die Befreiung der Geiseln sei er dazu bereit, sagte Netanyahu am Mittwochabend bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Hunderttausende Notleidende in Gaza müssen unterdessen weiter auf lebensrettende Hilfe warten. Laut UNO stecken rund 100 Hilfs-Lkw weiter bei einem Grenzübergang fest.

Von den noch immer von der Hamas in dem Palästinensergebiet festgehaltenen Geiseln seien 20 „sicher am Leben“, erklärte Netanyahu zudem im TV. Gleichzeitig hielt er an dem kürzlich verkündeten Ziel fest, die vollständige Kontrolle über den Gazastreifen zu übernehmen. Am Ende des jüngst ausgeweiteten Militäreinsatzes in dem Palästinensergebiet werde „der gesamte Gazastreifen unter Kontrolle der israelischen Armee sein“. Dabei müsse eine „humanitäre Krise“ vermieden werden, damit Israel seine „volle Handlungsfreiheit“ behalte, fügte der Regierungschef hinzu.

Probleme mit Hilfslieferungen

Die israelische Armee hatte ihre massiven Angriffe im Gazastreifen Mitte März nach einer zweimonatigen Waffenruhe wieder aufgenommen, am Wochenende wurde die Offensive ausgeweitet.

Bis vor wenigen Tagen blockierte Israel zudem die Einfuhr jeglicher Hilfsgüter in das Gebiet. Die israelische Regierung wirft der Hamas jedoch vor, die Hilfsgüter weiterzuverkaufen, um ihre Kämpfer und Waffen zu finanzieren. Am Sonntag hob sie die Blockade auf Druck auch von Verbündeten hin auf. Die UNO kritisiert aber, dass noch keine Lkw mit Hilfslieferungen bei den Betroffenen angekommen seien. Die humanitäre Situation im Gazastreifen wird als katastrophal beschrieben.

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