Aufruf zur Flucht

Militärische Offensive läuft: Israel will den Gazastreifen rasch erobern

Israel setzt die Angriffe unvermindert fort. Auch am Montag wurden wieder Dutzende Menschen getötet.
© AFP/Taleb

Palästinensische Zivilbevölkerung soll auf ein Viertel des Gebiets zusammengedrängt werden. Aufruf zur Flucht im Süden.

Gaza, Tel Aviv – Israels Militär plant Medienberichten zufolge innerhalb weniger Wochen die Einnahme von drei Vierteln des abgeriegelten und großteils verwüsteten Gazastreifens. Den Plänen zufolge werde es nur zwei Monate dauern, bis 75 Prozent des Küstengebiets erobert sind, berichtete die Times of Israel unter Berufung auf das Militär. Bisher kontrolliere die Armee rund 40 Prozent des Gebiets. Die palästinensische Zivilbevölkerung solle auf ein Viertel des abgeriegelten Küstengebiets zusammengedrängt werden, um Gaza von der islamistischen Hamas zu befreien, berichtete auch das Wall Street Journal.

Aufruf zur Flucht

Die israelischen Streitkräfte hatten kürzlich eine neue Großoffensive in Gaza gestartet. Das Militär habe inzwischen alle seine regulären Infanterie- und Panzerbrigaden in den Küstenstreifen verlegt, berichteten israelische Medien. Am Montag hat Israels Armee die Bewohner der meisten Orte im südlichen Gazastreifen aufgefordert, die Region zu verlassen.

Das Militär werde in der Gegend einen „beispiellosen Angriff“ beginnen, um gegen Terrororganisationen vorzugehen, hieß es in einem in arabischer Sprache veröffentlichten Aufruf. Laut einer vom Militär veröffentlichten Karte umfasst der Fluchtaufruf die Großstädte Chan Junis, Rafah und alle weiteren Orte im Süden des Gazastreifens bis auf Al-Mawasi. Dorthin sollen sich die Menschen laut Armee nun begeben.

Bei fortlaufenden israelischen Angriffen im Gazastreifen wurden nach Angaben der Zivilschutzbehörde der Hamas wieder mehr als 50 Menschen getötet. Bei einem Angriff auf ein Schulgebäude in der Stadt Gaza seien mindestens 36 Menschen gestorben, hieß es. Laut Israels Luftwaffe befand sich in der ehemaligen Schule eine Kommandozentrale der Hamas. Das getroffene Schulgebäude wurde nach palästinensischen Angaben als Lager für vertriebene Menschen genutzt. Die israelische Armee erklärte, in dem Gebäude hätten sich „Terroristen aus der ersten Reihe“ aufgehalten. (TT, dpa)