Gefeierter Märchenprinz

EAV-Frontman und TV-Liebling: Klaus Eberhartinger wird 75

Dem jüngeren Publikum ist Klaus Eberhartinger vor allem als „Dancing Star“-Moderator bekannt. Doch das Leben des Jubilars ist facettenreich.
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Vom Blödelrocker bis zum Dancing Star: Der Oberösterreicher schlüpfte schon in viele Rollen und machte immer wieder gesellschaftliche Problematiken aufmerksam. Seit 1990 lebt er teilweise in Kenia und engagiert sich dort in sozialen und ökologischen Projekten.

Wien – Als „Märchenprinz“ eroberte er den Austropop, als „Dancing Star“ den Fernsehbildschirm: Klaus Eberhartinger, Frontmann der legendären Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV) und viel beschäftigter Moderator, feiert seinen 75. Geburtstag. Dabei kann der gebürtige Oberösterreicher auf eine an unterschiedlichen Rollen reiche Karriere zurückblicken.

Egal, ob als Tänzer, Juror oder Moderator der „Dancing Stars“, als Ratekönig bei „Was gibt es Neues“, als „schöner Sigismund“ in Mörbisch oder natürlich als musikalischer Blödelmeister mit kritischen Untertönen: In zahlreichen Rollen hat Eberhartinger seit den 1980er-Jahren in Österreich, aber auch im übrigen deutschen Sprachraum viele Fans gewonnen.

Durchbruch mit „Ba-Ba-Banküberfall“

Geboren wurde der künstlerische Tausendsassa am 12. Juni 1950 im oberösterreichischen Gmunden und wuchs in Braunau am Inn auf. Nach der Matura hielt er sich 1968 für ein Jahr in den USA auf und begann ein Medizinstudium in Graz. Eine Studienunterbrechung führte ihn nach München und zu einer langen Afrikareise. Nach einer kurzen Wiederaufnahme seines Studiums folgte 1981 der Einstieg bei der EAV. Der Durchbruch im gesamten deutschsprachigen Raum kam 1985 mit dem Album „Geld oder Leben“, auf dem Hits wie „Ba-Ba-Banküberfall“, „Märchenprinz“ und „Fata Morgana“ versammelt waren.

Als „Märchenprinz“ ist Eberhartinger der älteren Generation noch bekannt. Es war eines der Lieder, die den Sänger der Band „Erste Allgemeine Verunsicherung“ bekannt machten.
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Die Erfolge der späten 80er und frühen 90er-Jahre machten die EAV, vor allem Frontman Eberhartinger sowie Songschreiber, Gitarrist und Mastermind Thomas Spitzer, als Blödelrocker bekannt – neben Klamaukhits wie „Küss' die Hand, schöne Frau“ widmeten sie sich allerdings stets auch gesellschaftlich relevanten Themen wie Rechtsextremismus („Wir marschieren“), Sextourismus („Samurai“) oder den Folgen eines Supergaus („Burli“).

Domizil in Kenia

Seit Mitte der 90er-Jahre verbringt Eberhartinger meist die Hälfte des Jahres in seinem Domizil in Kenia, wo er sich auch sozial engagiert und seine junge Tochter (geboren 2020) lebt. Zudem hat er einen Sohn (geboren 1985). Wenn er nicht in Kenia war, wandelte er sich vom bösen Rockbuben zunehmend zum Publikumsliebling. Eine wahre Karriere legte er vor allem bei den „Dancing Stars“ des ORF hin: Als Tänzer in der dritten Staffel (2007) siegte er trotz gebrochener Rippe mit seiner Partnerin Kelly Kainz, in der folgenden Ausgabe (2008) moderierte er die Show gemeinsam mit Mirjam Weichselbraun, im folgenden Jahr wechselte er in die Jury, später wieder in die Moderation.

2019 ging die EAV auf Abschiedstournee. Eberhartinger, Sänger seit 1983, und Thomas Spitzer, letztes verbliebenes Gründungsmitglied von 1977, traten zum 40-jährigen Bühnenjubiläum gemeinsam auf.
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Als Moderator stand Eberhartinger außerdem für die ATV-Sendung „Quiz Champion“, die ORF-Version von „Einer gegen 100“ sowie 2009 für die „Great Hadern Show“ des ORF vor der Kamera. Bei den Seefestspielen in Mörbisch feierte er 2012 als promiskuitive Gailtalerin ein Comeback zum 40. Geburtstag von Wolfgang Ambros' „Der Watzmann ruft“.

Gailtalerin und Autor

Als Autor stellte sich Eberhartinger im Jahr 2008 mit „Sex, Lachs und Rock ‘n’ Roll“ vor, im gleichen Jahr stand er als Sigismund im „Weißen Rössl“ bei den Seefestspielen Mörbisch auf der Bühne und moderierte 2010 die „Romy“-Gala.

Und erhielt er viel Dank für sein facettenreiches Leben: Neben Auszeichnungen wie dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik (2017) und dem Ehrenzeichen in Gold der Stadt Graz 2023 konnte sich Eberhartinger über den Amadeus Austrian Music Award für sein Lebenswerk freuen. (APA, TT)