Gedenken und Ausstellung

Reith bei Seefeld erinnert an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs

Mehr als 300 Bomben wurden auf den ortskern von Reith abgeworfen.
© Gemeinde Reith

Die Gemeinde Reith bei Seefeld gedenkt des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren, einer Zeit voller Zerstörung und Leid. In den letzten Kriegswochen erlebte Reith schwere Luftangriffe und Kämpfe zwischen amerikanischen Truppen und der Wehrmacht, die das Dorf nahezu vollständig zerstörten.

Reith bei SeefeldIm Frühjahr 1945 zielte die US-Air-Force darauf ab, die Mittenwaldbahn zu unterbrechen, eine wichtige Nord-Süd-Verbindung für die Wehrmacht. Das Gurgelbachviadukt bei Reith geriet dabei besonders in den Fokus. Zwischen dem 22. März und dem 17. April 1945 flogen alliierte Bomber sechs Angriffe auf die strategisch bedeutende Brücke. Erst der letzte Angriff, bei dem 53 P-38 Lightning-Jagdbomber eingesetzt wurden, zerstörte das Viadukt. Über 300 Bomben verwandelten den Ortskern von Reith in Schutt und Asche.

Mit dem Einmarsch der 103. US-Infanteriedivision, bekannt als Cactus-Division, endete am 3. Mai 1945 der Krieg für Reith. Der Weg zur Befreiung war jedoch von heftigen Kämpfen begleitet. Wehrmacht, SS und Volkssturmmänner versuchten, den Vormarsch der Alliierten zu stoppen. Reith zählte am Kriegsende zu den am stärksten zerstörten Gemeinden Tirols.

In einem Bericht vom August 1945 beschreibt der von der amerikanischen Besatzung eingesetzte Bürgermeister Philipp Neuner die katastrophale Lage: „Noch immer haben wir kein Wasser, kein Licht, kein Brot. Alle verfügbaren Männer wurden zum Brücken- und Straßenbau sowie zum Aufräumen verpflichtet. Mehr als 60 Reither sind noch in Gefangenschaft.“ Die Zerstörung war enorm: 22 Häuser waren vollständig zerstört, weitere 12 sowie Kirche und Schule schwer beschädigt. 15 Einwohner galten als gefallen oder vermisst, fünf Zivilpersonen starben durch Gefechte oder explodierende Blindgänger.

Der Wiederaufbau begann erst 1946 mit internationaler Hilfe, insbesondere aus der Schweiz, und Unterstützung anderer Tiroler Gemeinden.

Gedenkveranstaltung und Ausstellung

Zum 80. Jahrestag des Kriegsendes lädt Reith am Freitag, dem 13. Juni 2025, um 17 Uhr zu einem Gedenkabend im Gemeindesaal ein. Matthias Breit, Co-Autor des Buches "Schnappschüsse der Befreiung", hält einen Vortrag, gefolgt von Zeitzeugenberichten.

Im Anschluss wird die Ausstellung "80 Jahre Kriegsende am Seefelder Plateau" eröffnet, die historische Fotos, Schriftstücke und militärische Ausrüstungsgegenstände zeigt. Die Ausstellung ist vom 16. Juni bis 18. Juli 2025 jeweils von Montag bis Donnerstag (8 Uhr bis 16 Uhr) und am Freitag von 8 Uhr bis 12 Uhr geöffnet. Wochenendöffnungszeiten sind auf der Website der Gemeinde unter www.reith-seefeld.at zu finden.

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