Kommt es zu einer Waffenruhe? Neue Tote und etwas Hoffnung für Gaza
Israels Premier Benjamin Netanjahu kommt diese Woche nach Washington. Die Hamas ist bereit, über eine Waffenruhe zu verhandeln.
Tel Aviv, Washington – US-Präsident Donald Trump ist wieder einmal vorgeprescht. Es könnte diese Woche einen Gaza-Deal geben, sagte er vor Journalisten an Bord seiner Air-Force-One-Maschine. Israel habe den notwendigen Bedingungen für einen aktuellen Feuerpause-Plan jedenfalls zugestimmt. Positive Signale kamen auch von der Terrororganisation Hamas. Voraussichtlich am Dienstag wird Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus in Washington empfangen.
Die Vermittler Ägypten, Katar und die USA hatten zuletzt eine auf 60 Tage begrenzte Waffenruhe vorgeschlagen. Die Hamas schrieb im Nachrichtendienst Telegram, sie sei zu indirekten Verhandlungen über diesen Vorstoß bereit.
Die militante Palästinenserorganisation sieht offenbar aber noch Klärungsbedarf. Sie verlange Garantien, dass Israel den Beschuss des Gazastreifens nicht wieder aufnimmt, sobald Geiseln ausgetauscht wurden. Nach wie vor umstrittenen ist auch die humanitäre Hilfe für das Küstengebiet, im dem mehr als zwei Millionen Menschen leben.
Kommen Geiseln frei?
Die genauen Bedingungen des aktuellen Vorschlags sind noch unklar. Israelischen und internationalen Medien zufolge sieht der Vorschlag für einen Deal die Freilassung von zehn der noch mindestens 20 lebenden Geiseln und die Übergabe der Leichen von 18 Entführten im Austausch gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen vor.
Frühere Waffenruhe-Deals waren an den auseinandergehenden Vorstellungen Israels und der Hamas gescheitert. Jetzt heißt es, Details für einen dauerhaften Waffenstillstand sollten während der vorerst begrenzten Feuerpause verhandelt werden. Am späten Samstagabend sollte die mögliche Waffenruhe Thema in einer Sitzung des israelitischen Sicherheitskabinetts sein.
Amerikanische Helfer verletzt
Vorerst war von einer Beruhigung der Lage aber nichts zu sehen. Nach palästinensischen Angaben starben am Samstag neuerlich mindestens 40 Menschen bei israelischen Angriffen. Unter den Toten seien auch zwölf Menschen, die an Verteilungsstellen für humanitäre Hilfe gewartet hätten. Vom israelischen Militär gab es zu diesen jüngsten Angriffen keine Stellungnahme.
Auf der anderen Seite berichtete die umstrittene Gaza Humanitarian Foundation (GHF) von zwei verletzten amerikanischen Helfern. Zwei Angreifer hätten Granaten in Richtung der Helfer geworfen, hieß es. Diese Angaben lassen sich so wie die der Hamas bzw. der Machthaber in Gaza nicht unabhängig überprüfen. Über die GHF wickeln Israel und die USA die humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung in Gaza ab. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen. (dpa, APA)