Warnstufe „Orange“: Land erlässt Regenwarnung für Nordtiroler Hauptkamm und Unterland
Eine Regenwarnung der Stufe „Orange“ hat das Land Tirol am Montag für den Nordtiroler Hauptkamm und das Unterland ausgegeben. Aufgrund der Vorbelastung durch vorherige Niederschläge steigt die Gefahr von lokalen Überschwemmungen und Muren.
Innsbruck – Eine sogenannte Regenwarnung für den Nordtiroler Hauptkamm und das Unterland hat die GeoSphere Austria in der Zeit von Montagnachmittag bis Dienstagmittag ausgegeben. Dabei werde Warnstufe „Orange“, die dritthöchste von vier Warnstufen, gelten, hieß es in einer Aussendung des Landes. Der Schwerpunkt der Regenschauer werde im Bereich der Brennerregion sowie im hinteren Zillertal liegen.
Dort war es in den vergangenen Tagen zu teils starken Niederschlägen gekommen. Bereits Sonntagmittag hatte man für den Nachmittag bis Montagfrüh eine Starkregen- und Gewitterwarnung der Stufe „Orange“ für großteils dieselbe Region, nämlich jene zwischen den südlichen Stubaier Alpen und dem hinteren Zillertal, ausgegeben. Zu nennenswerten Ereignissen kam es dann aber zum Glück doch nicht.
„Vorbelastung“ lässt Gefahr steigen
Aufgrund der „Vorbelastung“ durch Niederschläge und Unwetter steige jedoch die Gefahr von lokalen Überschwemmungen oder Muren infolge neuerlicher Niederschläge, warnte Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement, in einer Aussendung. Laut aktuellen Prognosen waren rund 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter an Niederschlägen zu erwarten – punktuell könne es jedoch zu Spitzen von bis zu 80 Liter pro Quadratmeter kommen, so Rizzoli. Tirols oberster Krisenmanager appellierte, die entsprechenden Warn- und Verhaltenshinweise zu beachten.
Verhaltensweise bei Starkregen
- Passen Sie die Fahrgeschwindigkeit den Straßenverhältnissen an, mit Aquaplaning muss gerechnet werden.
- Planen Sie Zeitverluste bzw. Einschränkungen im Straßen- und Schienenverkehr ein.
- Schließen Sie Fenster, Türen und Dachluken.
- Beachten Sie die Anweisungen der zuständigen Behörden.
- Halten Sie Abstand von Wildbächen, Fließgewässern und überfluteten Flächen.
- Meiden Sie überflutete Unterführungen und Gräben.
Unwetter hatten Samstagabend zu Problemen bzw. Schäden im Stubaital geführt. So riss in Fulpmes im Stubaital der Hochwasser führende Margaretenbach die Wildebenbrücke und eine zweite Fußgängerbrücke mit. Der Bach drohte nach Starkregen und Hagel überzugehen. Menschen kamen nicht zu Schaden.
„Alles gut“
Zwei Fußgängerbrücken in Fulpmes weggerissen, Aufräumarbeiten am Montag
Katastrophe in Gschnitz vergangene Woche
Eine Naturkatastrophe größeren Ausmaßes hatte sich hingegen zu Beginn vergangener Woche im nahe gelegenen Gschnitz im Gschnitztal ereignet. Massive Murenabgänge infolge eines Unwetters samt Starkregen und Hagel trafen einen Teil der Gemeinde massiv. Es kam zu Hangrutschen und großflächigen Überflutungen von Feldern, auch rund um Häuser. Geröllmassen donnerten ins Tal, dicht an bewohntem Gebiet vorbei. Insgesamt sechs Muren gingen in dem Abschnitt von der Pfarrkirche Maria Schnee bis weiter ins Talinnere nach Mühlendorf ab. Verletzt wurde niemand.
Weitere Mure am Dienstag
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Eindrücke von vor Ort
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Hunderte Helfer von Feuerwehren waren in den Tagen darauf mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Mit teils schwerem Gerät wurden Massen an Schutt-, Geröll- und Schlamm entfernt, um vor allem die betroffenen 15 Häuser wieder komplett bewohnbar zu machen. Die Instandsetzungsarbeiten des übergegangenen Sandesbachs würden indes „noch das ganze Jahr dauern“, wie Bürgermeister Andreas Pranger gegenüber der APA erklärt hatte. (APA, TT.com)
Wetterumschwung kommt