Trotz Holocaustleugnung: Xavier Naidoo will wieder ins Rampenlicht
Antisemitismus- und Rassismus-Vorwürfe prägten in den vergangenen Jahren seine Karriere, jetzt drängt der Soulsänger zurück auf die große Bühne. Im Dezember will er in Köln auftreten. Für seine einstigen Verschwörungstheorien hat er sich 2022 öffentlich entschuldigt. Am Mannheimer Gericht sind jedoch noch zwei Verfahren, u. a. wegen Volksverhetzung, offen.
Auf der Bühne hat man Xavier Naidoo lange nicht gesehen. Das soll sich dieses Jahr ändern. Am 16. Dezember möchte der Mannheimer Musiker sein erstes Konzert seit sechs Jahren geben. Die Konzertagentur Live Nation hatte am Wochenende ein Konzert von Naidoo mit dem Titel „Bei meiner Seele“ in der Kölner Lanxess Arena am 16. Dezember angekündigt. Und auch auf Naidoos Instagram-Seite ist die Neuigkeit zu lesen.
Relativ unkritisch kommentiert dies der deutsche Comedian Oliver Pocher, bekannt dafür, gerne gegenüber Branchenkollegen auszuteilen. Die Ankündigung, dass der skandalumwobene Sänger Xavier Naidoo auftreten will, ist Pocher aber eine positive Wortmeldung wert. Nach einem Auftritt in Rostock sagt Pocher auf Instagram: „Xavier Naidoo kommt wieder zurück, spielt sein vorerst einziges Konzert in Köln. Ich habe ein gutes Gefühl, dass das eine oder andere folgen wird.“
Dabei ist der Musiker höchst umstritten. Naidoo, der sich als Soulsänger mit der Gruppe Söhne Mannheims einst einen Namen gemacht hat, fiel später mit problematischen Aussagen auf. Sein Verhalten brachte ihm Antisemitismus- und Rassismus-Vorwürfe ein. Dem nicht genug, denn er trat mit sogenannten Reichsbürgern auf, verbreitete Theorien der QAnon-Bewegung und polarisierte mit Äußerungen zur Corona-Pandemie.
Im Jahr 2022 dann die Läuterung: Naidoo veröffentlichte ein Video, in dem er angab, sich jahrelang in Verschwörungserzählungen verrannt zu haben: „Ich habe Dinge gesagt und getan, die ich heute bereue“, sagte er.
Juristisch noch nicht geklärt
Die deutsche Justiz beschäftigt sich nach wie vor mit dem Musiker. Wie das Landgericht Mannheim auf Anfrage mitteilte, sind zwei Verfahren anhängig. Dabei gehe es unter anderem um frühere Vorwürfe wegen Volksverhetzung gegen den Sänger, der ein künstlerisches Comeback plant. „In beiden Verfahren ist noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden worden“, so ein Gerichtssprecher.
Anklagen wegen Volksverhetzung
Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat in den vergangenen zwei Jahren zwei Anklagen gegen Naidoo wegen Volksverhetzung erhoben. In beiden Fällen geht es um Inhalte mit holocaustleugnendem und antisemitischem Charakter, die nach Behördenangaben über einen Telegram-Kanal verbreitet worden sein sollen.
Anwälte weisen Vorwürfe zurück
Naidoos Anwälte haben die Vorwürfe als falsch zurückgewiesen. Ihr Mandant sei unschuldig. Sie zeigten sich bei der Anklageerhebung vor einem Jahr überzeugt, dass das Landgericht die Eröffnung des Hauptverfahrens ablehnen werde. Es gebe keinen ausreichenden Tatverdacht. Naidoo lehne antisemitisches, rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut ab. (APA, TT)
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