Güterverlagerung stagniert

Mehr Passagiere: ÖBB rüsten ihre Railjet-Flotte auf

Die ÖBB wollen 40 statt 27 zusätzliche Railjets kaufen.
© ÖBB/Marek Knopp

Während der Güterverkehr stagnierte, fuhren zuletzt immer mehr Menschen mit dem Zug. Die ÖBB bauen daher ihre Flotte aus. Bahn-Behörde fordert Maßnahmen, um Güterverkehr zu steigern.

Wien – Immer mehr Menschen in Österreich fahren mit der Bahn. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Passagiere auf 348,7 Millionen – sechs Prozent mehr als 2023, gab die Regulierungsbehörde Schienen-Control bekannt.

Die ÖBB gehen von weiteren Zuwächsen aus und kaufen zusätzliche Railjet-Garnituren. „Wir sehen in den nächsten Jahren ein starkes Wachstum im internationalen Tagesfernverkehr auf den Verbindungen in unsere Nachbarländer“, sagt ÖBB-Chef Andreas Mat­thä: „Daher werden wir die Kapazität bei unserer Railjet-Flotte weiter ausbauen.“ Bis 2030 werden die ÖBB demnach 40 Railjets statt der geplanten 27 anschaffen, kündigt Matthä an.

Dagegen werde die Nightjet-Flotte zwar ebenso ausgebaut, allerdings nicht so stark. Von den ursprünglich vorgesehenen 33 Garnituren kommen nun 24 Züge bis Mitte 2026. Der entsprechende Vertrag mit Siemens Mobility wurde nun gemeinsam angepasst.

Begünstigt wurde das Passagierwachstum im Vorjahr laut der Regulierungsbehörde durch Angebotsausweitungen, Taktverdichtungen und neue Verbindungen, etwa zwischen Linz und Graz, Wien und Villach sowie durch zusätzliche Nachtzugverbindungen und verlängerte WESTbahn-Verbindungen.

Im Güterverkehr dagegen herrsche zwar reger Wettbewerb, wirtschaftlich stagniere der Sektor allerdings. Der zunehmende Personenverkehr werde zudem für den Güterverkehr irgendwann zu einem Kapazitätsthema. Der Schienengüterverkehr brauche daher adäquate Trassen und eine europäische Baustellenkoordination. (TT)