Europa übernimmt die Führung bei der Hilfe für die Ukraine
Die Ukraine kann sich auf zusätzliche Militärhilfe einstellen – und einen Plan für die Sicherung eines möglichen Waffenstillstands gibt es angeblich auch. In den zentralen Rollen: Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien.
Washington, London, Rom – Angesichts der russischen Sommer-Offensive mit den meisten zivilen Opfern seit Kriegsbeginn 2022 verstärken die Europäer ihre Hilfe für die Ukraine. US-Präsident Donald Trump scheint im Moment nicht querzutreiben.
In den vergangenen Tagen haben sich zwei Hilfen für die Ukraine konkretisiert. Erstens geht es um Waffen, darunter Luftabwehrsysteme vom amerikanischen Typ Patriot sowie Mittelstreckenraketen.
Amerika liefert, Europa zahlt
Trump sagte dem US-Sender NBC, die USA würden die Waffen an die NATO liefern. Diese würde „die vollen Kosten erstatten“ und die Waffen an die Ukraine weiterleiten.
Trumps Beitrag wäre demnach, dass er zum ersten Mal zusätzliche Militärhilfe für die Ukraine genehmigt. Für die Lieferung via NATO müssten die USA zudem ihre Beschränkungen für die Weitergabe von Waffen lockern.
Patriot-Luftabwehrsysteme
Eine NATO-Sprecherin äußerte sich auf Rückfrage ausweichend. Dass letztlich die Europäer die Hilfe schultern sollen, geht aber auch aus Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio, NATO-Generalsekretär Mark Rutte sowie des deutschen Kanzlers Friedrich Merz hervor. Merz sagte, er habe mit Trump darüber gesprochen, dass Deutschland Patriot-Systeme von den USA kauft und der Ukraine überlässt.
„Koalition der Willigen“
Die zweite konkrete Hilfe für die Ukraine verkündeten der britische Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Demnach ist der Plan für die militärische Sicherung eines Waffenstillstands abgeschlossen. Das Hauptquartier der Mission wird zunächst in Paris angesiedelt. Details nannten sie keine. Laut Independent sollen britische und französische Truppen in der Ukraine stationiert werden. Die übrigen Mitglieder einer „Koalition der Willigen“ würden logistische Hilfe leisten.
Nukleare Abschreckung
Starmer und Macron kündigten auch eine Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung an – die ebenfalls gegen Russland gerichtet ist. Frankreich und Großbritannien sind die einzigen Atommächte in Europa. „Von heute an werden unsere Feinde wissen, dass jegliche extreme Bedrohung für diesen Kontinent eine Antwort unserer beiden Nationen hervorrufen würde“, sagte Starmer.
Auch über die Zeit nach dem Krieg wird bereits beraten. Italien richtete diese Woche eine zweitägige Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine aus.
Trumps Erklärung zu Russland
Indessen gibt Trump weiter Rätsel auf, was seine Haltung in dem Konflikt angeht. Er kündigte für Montag eine „wichtige Erklärung zu Russland“ an. Der US-Präsident äußerte sich frustriert, dass Russland bisher einen Waffenstillstand verweigert.
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