„Warum diese Angst vor Diversität?“: Conchita Wurst enttäuscht von deutscher Politikerin
Vor dem Gastspiel in Berlin äußert sich Conchita Wurst zur fehlenden Regenbogenfahne am deutschen Bundestag beim CSD.
Berlin –Dass am deutschen Bundestag zum Christopher Street Day (CSD) diesmal keine Regenbogenflagge wehen soll, findet Bühnenstar Tom Neuwirth alias Conchita Wurst enttäuschend. „Ich bin extrem enttäuscht von den Verantwortlichen“, sagte der österreichische Sänger, der bald einen Gastauftritt im Berliner Musical „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ übernimmt.
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hatte angeordnet, die Regenbogenfahne aus Neutralitätsgründen nur noch zum Internationalen Tag gegen Homophobie (17. Mai) hissen zu lassen. In Berlin wird in zwei Wochen der CSD, der für die Rechte von schwulen, lesbischen und queeren Menschen eintritt, gefeiert. Die Veranstalter zeigten sich besorgt: Die Community stehe etwa durch politische Signale und konkrete Bedrohungen etwa von Rechtsextremen unter Druck.
Auf die Frage, wie er auf die Lage schaue, sagte Neuwirth, es habe immer Bewegung gegeben und momentan gehe es in eine konservative Richtung. „Man versteht nicht ganz, wie es dazu kommt“, sagte er. Er habe gedacht, dass die Gesellschaft schon viel weiter sei.
„Und jetzt fragt man sich warum? Warum plötzlich wieder diese Ablehnung und diese Angst vor Diversität?“ Dabei seien doch alle Menschen anders. Niemand sei genau wie der andere. „Und doch sind wir alle Menschen.“
Tom Neuwirths neue Liebe
Tom Neuwirth ist im November zwölfmal als Todesengel im Berliner Theater des Westens zu sehen. "Ich freue mich extrem", sagte der Sänger, der 2014 den Eurovision Song Contest (ESC) für Österreich gewonnen hatte, der Deutschen Presse-Agentur. Musical – und Theater an sich – sei gerade seine neue Liebe.
"Dass sich da gerade auch so viel ergibt, ist wahnsinnig schön und auch herausfordernd", sagte der 36-Jährige. "Und ich liebe eine gute Herausforderung." Bei dem Musical hatten Rosenstolz-Musiker Peter Plate und Komponist Ulf Leo Sommer erneut zusammengearbeitet. (APA, dpa)
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