Öffentliches Stillen polarisiert

„Ich wurde als Milchkuh bezeichnet“: Mütter werden beim Stillen verbal angegriffen

19 Prozent sind laut einer Umfrage gegen Stillen in der Öffentlichkeit und bezeichnen es als „unhygienisch“. Mütter wurden in der Vergangenheit wiederholt verbal abgewertet. Drei Viertel der Befragten befürworten jedoch einen gesetzlichen Schutz für stillende Mütter im öffentlichen Raum.

Stillen ist notwendig, nur sehen will das offensichtlich nicht jeder. 19 Prozent der Österreicher finden, dass die Brust beim Stillen im öffentlichen Raum nichts verloren hat, ergab eine Umfrage von TQS-Research & Consulting (Laut repräsentativer Online-Umfrage unter 1.000 Personen in Österreich).

Die vom Babyartikel-Hersteller Mam beauftragte Umfrage ergab weiters, dass ebenso 19 Prozent das Stillen als „unappetitlich“ oder „unhygienisch“ wahrnehme­n. Hingegen befürworten 57 Prozent der Befragten das öffentliche Stillen.

Stillen ist laut Weltgesundheitsorgansisation in den ersten Monaten das Gesündeste für das Baby.
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Rund ein Drittel der Befragten ist der Meinung, Stillen an öffentlichen Plätzen ist in Ordnung, solange die Mutter sich dabei bedeckt. Elf Prozent finden, Mütter sollen sich dafür sogar an einen nicht einsehbaren Ort begeben.

Drei Viertel der Teilnehmer der aktuellen Umfrage befürworten jedoch einen gesetzlichen Schutz für stillende Mütter im öffentlichen Raum. Unter jungen Menschen unter 30 sind es sogar 85 Prozent.

Stillen tut gut

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Müttern, ihre Babys in den ersten sechs Monaten ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren. In dieser Zeit sollte das Kind keine zusätzliche Nahrung oder Flüssigkeiten erhalten, es sei denn, medizinische Gründe machen dies erforderlich. Nach diesem Zeitraum wird empfohlen, das Stillen fortzusetzen und dabei schrittweise geeignete Beikost einzuführen. Die WHO empfiehlt, das Stillen bis zum Alter von zwei Jahren oder länger beizubehalten, da es sowohl für die Gesundheit des Kindes als auch der Mutter vorteilhaft ist. Stillen fördert die gesunde Entwicklung des Kindes, stärkt dessen Immunsystem und unterstützt die Bindung zwischen Mutter und Kind.

Die Ablehnung gegenüber öffentlichem Stillen führte in der Vergangenheit zu problematischen Zwischenfällen. Laut Umfragen (2022 und 2023 in Deutschland, Österreich, Schweiz) haben zwei von drei Müttern bereits negative Reaktionen erlebt.

„Ich wurde als Milchkuh bezeichnet“, wird eine Frau zitiert, eine weitere berichtete: „Eine andere Mutter im Restaurant beschwerte sich beim Kellner über mich, weil ihre Teenager-Söhne beim Stillen ,nicht weggucken konnten‘.“ (APA)