Neuerlicher Kniefall vor Trump?

US-Sender CBS streicht „The Late Show“ mit Stephen Colbert

Stephen Colbert übernahm „The Late Show“ 2015 von David Letterman.
© IMAGO/MediaPunch

CBS setzt die populäre „Late Show“ des scharfzüngigen Trump-Kritikers 2026 ab - aus „rein finanziellen Gründen“, heißt es offiziell.

Ein Akt der Unterwerfung? US-Fernsehsender CBS zieht „The Late Show with Stephen Colbert“ den Stecker. Die Sendung werde im Mai 2026 beendet, teilt der Sender mit. „Rein finanzielle Gründe“ seien dafür ausschlaggebend gewesen, heißt es weiter. Der Inhalt der Sendung, die Zuschauerzahlen oder anderes hätten keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt.

US-Präsident Donald Trump verklagte CBS kürzlich wegen eines angeblich zu seinen Ungunsten manipulierten Interviews mit Kamala Harris – und forderte 20 Milliarden Dollar Wiedergutmachung. Der Mutterkonzern des Senders, Paramount, einigte sich außergerichtlich und zahlte Trump 16 Millionen Dollar. Im Hintergrund steht ein noch viel größerer Deal: Das Medienunternehmen Skydance will Paramount kaufen – um kolpotierte acht Milliarden Dollar. Der Verkauf muss von der Medienaufsicht FCC genehmigt werden. Deren Chef ist Brendan Carr, ein glühender Anhänger Trumps.

„Fettes Schmiergeld“

Stephen Colbert nannte die Zahlung Paramounts in seiner Sendung „fettes Schmiergeld“. Er moderiert die „Late Show“ seit 2015. Von deren Absetzung erfuhr auch er kurzfristig. Colbert witzelte schon in Trumps erster Amtszeit über den Präsidenten. Beobachter deuten die Absetzung seiner Sendung als neuerlichen Kniefall Paramounts vor Trump.

Dessen medienpolitischer Kahlschlag geht weiter: Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete nun ein Gesetz, das bereits zugesicherte Förderungen öffentlicher Rundfunk- und Fernsehsender streicht. Mehr als Tausend lokalen Stationen droht dadurch das Aus. (TT)