Bereits vor Aufprall tot?

Justiz in Italien befragt Augenzeugen zu Tod von Felix Baumgartner

Felix Baumgartner ist am 17. Juli tödlich verunglückt.
© BARBARA GINDL

Die Ermittler möchten herausfinden, ob der 56-jährige Extremsportler bereits tot war, als er am Donnerstag mit seinem Motor-Paraglider beim Swimmingpool eines Hotels abstürzte.

Rom, Fermo. Salzburg – Die Staatsanwälte der mittelitalienischen Stadt Fermo, die zur Todesursache des Extremsportlers Felix Baumgartner am Donnerstag im Urlaubsort Porto Sant'Elpidio ermitteln, wollen Augenzeugen des Unglücks befragen. Sie wollen eruieren, ob der 56-Jährige bereits tot war, als er am Donnerstag mit seinem Motor-Paraglider beim Swimmingpool eines Hotels abstürzte.

„Ich war am Strand und blickte in Richtung des Hotels, als ich den Motor-Paraglider gesehen habe. Er flog niedrig, ich dachte, er wollte landen. Doch plötzlich ist er abrupt abgestürzt“, berichtete eine Urlauberin am Strand von Porto Sant'Elpidio in einem Video der Tageszeitung Il Resto del Carlino. Die Ermittler wollen auch mögliche Aufnahmen der Bodycam prüfen, die Baumgartner bei seinem letzten Flug trug.

Herzstillstand gilt als wahrscheinlichste Todesursache

Nach der Obduktion hat sich die Annahme, dass der gebürtige Salzburger einen Herzstillstand erlitt und dadurch die Kontrolle über den Gleitschirm verlor, erhärtet. Laut mehreren Augenzeugen drehte er sich plötzlich um die eigene Achse, bevor er zu Boden stürzte, verlautete aus Ermittlerkreisen in Fermo. Offizielle Informationen über die Todesursache gab es noch nicht. Die Staatsanwaltschaft in Fermo hat die Leiche bis dato nicht freigegeben. Erst wenn dies erfolgt ist, kann sie nach Österreich zur Bestattung überführt werden.

Baumgartner war von einer Paraglider-Plattform nahe Porto Sant'Elpidio gestartet. Kurz danach beobachteten Zeugen, dass der Motor-Paraglider an Kraft verlor und abstürzte. Der Extremsportler prallte gegen eine Holzhütte am Swimmingpool des Feriendorfes „Le Mimose del Club del Sole“. Rettungskräfte versuchten, den gebürtigen Salzburger sofort zu reanimieren, unter anderem mit einer längeren Herzdruckmassage. Auch ein Rettungshubschrauber traf ein, doch alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Baumgartner soll während des Fluges nicht um Hilfe gerufen haben, wie die im Fall ermittelnden Carabinieri feststellten. Daher wird vermutet, dass er womöglich schon in der Luft einen Herzstillstand erlitt und die Kontrolle über den Paraglider verlor. Beim Absturz wurde eine Mitarbeiterin des Feriendorfes am Hals verletzt. Sie war von einem Trümmerteil getroffen worden, das sich beim Aufprall des Sportgeräts gelöst hatte. Die Frau wurde noch an Ort und Stelle medizinisch erstversorgt und anschließend ins Krankenhaus gebracht. (APA)

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