Sechs Tage vor Pflichtspiel-Auftakt

Bei der WSG Tirol sorgt ein neues Quartett für frischen Wind

Der 20-jährige WSG-Neuzugang Moritz Wels „segelte“ gegen Al-Ahli mehrmals ins Rampenlicht, was ihm fehlte war letztlich ein Torerfolg.
© gepa/Schönherr

Die Pflichtspiel-Generalprobe der WSG Tirol beim 1:2 gegen Al-Ahli deckte auf, wem Cheftrainer Philipp Semlic zum Start das Vertrauen schenkt.

Wattens – Beim 0:1 im „Vorspiel“ in Stans gegen Shabab Al-Ahli, dem namensgleichen Klub aus den Vereinigte Arabischen Emirate, war die WSG mit den ganzen hauseigenen Fohlen und einigen arrivierten Kräften (Lukas Hinterseer, Johannes Naschberger, Flo Rieder, Mo Diarra, David Jaunegg) unterwegs. Bei der anschließenden Teampräsentation und dem letzten Sommertest gegen Al-Ahli SFC, den starbesetzten asiatischen Champions-League-Sieger aus Saudi-Arabien, durften im Gernot-Langes-Stadion dann nur noch Hinterseer und Jaunegg nach einer Stunde rein. Die Startelf für den ÖFB-Auftakt beim Regionalligisten in Traiskirchen am kommenden Freiraf dürfte stehen. Ein Faktencheck:

Die Abwehrriesen

Mit Jamie Lawrence (201 cm), Neuzugang Marco Boras (199) und David Gugganig (192) misst die Dreierkette der Wattener fast sechs Meter, die Lufthoheit im eigenen Strafraum vor Einser-Goalie Adam Stejskal (189) sollte gegeben sein. Jaunegg (189) geht mit dem Gardemaß mit.

Die Neuzugänge

„Ich bin mit allen zufrieden. Ziel war es ja, dass sie bei uns Starter sind und sie sind auf einem guten Weg“, verteilte Semlic an Linksverteidiger Benjamin Böckle (23), Boras (23), „Zehner“ Moritz Wels (20) und den Torschützen Thomas Sabitzer (24) gute Noten. Das Quartett spielte gegen Al-Ahli teils sehr frech auf, alleine U21-Teamspieler Wels hätte zweimal treffen müssen. „Wir haben uns selten so viele klare Torchancen, auch im Umschalten erspielt. Vielleicht hat er sich die Tore für die Meisterschaft aufgehalten. Da müssen wir uns dann für so eine starke Leistung belohnen“, erklärte Semlic.

Die Standortbestimmung

Die wahre Leistungsstärke der sehr jungen WSG – das Durchschnittsalter beträgt 22,8 Jahre – lässt sich natürlich nicht an Testspielen ablesen. Die Einschätzung von Semlic – „wir sind physisch und strukturell schon weit“ – konnte man nach der Darbietung gegen den saudischen Topklub, der defensiv teils „wild“ agierte, aber teilen.

Die Kaderbreite

Die Wattener geben im Team aktuell 15 (jungen) Tiroler die Chance in der Bundesliga zu spielen bzw. dort Fuß zu fassen. Dass sich die individuelle Qualität in der Breite für die erste Liga wohl noch steigern muss, lässt sich nicht von der Hand weisen. „Wir wollen uns hinten und vorne schon noch umschauen, ob sich was ergibt. Als zusätzliche Option wäre auch ein großer Stürmer gut“, notiert Semlic. Das spricht nicht unbedingt für Routinier Hinterseer (192 Zentimeter), der für die Kabine enorm wichtig ist und den sprunggewaltigen Diarra (183).

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