Umsetzung schwierig

Zehn Euro für eine Packung Zigaretten? EU will Tabaksteuer kräftig anheben

Zehn Euro könnte man in wenigen Jahren für eine Packung Zigaretten auf den Tisch legen müssen.
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Mit einer deutlich höheren Tabaksteuer auf Zigaretten und andere Nikotinprodukte will die EU-Kommission Milliarden für das eigene Budget aufbringen. Saftige Preiserhöhungen in den heimischen Trafiken wären die Folge. Ob der Plan tatsächlich umgesetzt wird, ist aber noch fraglich.

Wien, Brüssel – RaucherInnen könnten künftig in der Trafik deutlich tiefer in die Geldtasche greifen müssen. Die EU-Kommission plant eine kräftige Erhöhung der Tabaksteuer ab 2028, berichten der Kurier und Der Standard. Konkret soll die Mindeststeuer schrittweise auf 215 Euro pro 1000 Stück Zigaretten ansteigen. Aktuell liegt sie in Österreich bei „nur“ 83,50 Euro plus 32 Prozent des Verkaufspreises.

Zudem soll es einen Kaufkraftzuschlag geben. In reicheren EU-Staaten würden die Preise also stärker steigen als in weniger wohlhabenden. Ralf-Wolfgang Lothert von JTI Tabak Austria rechnet nach ersten Schätzungen um Preiserhöhungen von 3,50 bis 4,50 Euro pro Packung Zigaretten. Für viele Marken müssten KonsumentInnen dann zehn Euro oder mehr hinlegen. Auch Nikotinprodukte zum Erhitzen oder in Beuteln („Snus“) wären von der Steuererhöhung betroffen.

Umsetzung noch offen

Die Tabakbranche steht dem Plan der EU-Kommission wenig überraschend ablehnend gegenüber. Demnach werde etwa mehr Zigarettenschmuggel erwartet. Ganz anderes sehen das Gesundheitsexperten. Erhöhungen der Tabaksteuer seien die wirksamste Maßnahme für weniger RaucherInnen in der Bevölkerung.

11,2 Milliarden Euro jährlich soll die Steuererhöhung zum EU-Budget beitragen. Ob der Plan aber tatsächlich umgesetzt wird, ist fraglich. Dafür wäre ein einstimmiger Beschluss des Europäischen Rates notwendig. Aus mehreren Mitgliedsstaaten kommt bereits Kritik. (TT.com)