Katastrophale Lage

Windeln im Gazastreifen knapp, Eltern müssen Plastiksackerln nehmen

Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist katastrophal. Im Bild Menschenmengen am Weg zu ihren Unterkünften, nachdem sie für Nahrungsmittel Schlange gestanden waren.
© APA/AFP/OMAR AL-QATTAA

Gaza – Den Menschen im Gazastreifen fehlen neben Nahrungsmitteln und Medikamenten auch Hygieneartikel. Für eine der wenigen noch vorhandenen Babywindeln würden inzwischen drei US-Dollar (rund 2,60 Euro) pro Stück verlangt, berichtete eine Sprecherin des UNO-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA). Die allermeisten Eltern könnten sich dies nicht leisten und müssten sich deshalb behelfen, etwa mit Plastiksackerln.

Bereits vorher hatte UNRWA über einen Vater berichtet, der eines seiner letzten Hemden zerschneiden musste, um seiner Tochter Material für Monatsbinden zu geben. Die Sprecherin betonte, UNRWA hätte rund 600 Lastwagen mit Windeln, Binden und anderen Hygieneartikeln sowie Medikamenten und Nahrungsmitteln in Ägypten und Jordanien bereitstehen. Sie bekämen von Israel aber keine Einreisegenehmigung in den Gazastreifen.

Israel wirft dem Hilfswerk vor, es sei von der im Gazastreifen herrschenden Terrororganisation Hamas teils unterwandert. Die Regierung hat alle Zusammenarbeit mit UNRWA eingestellt. Internationale UNRWA-Mitarbeitende bekommen von Israel auch keine Visa mehr. Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist nach Angaben der UNO und internationaler Hilfsorganisationen katastrophal. (APA, dpa)