Zug in Süddeutschland entgleist: Drei Menschen kamen ums Leben, 41 Verletzte
Am Sonntag entgleiste in Oberschwaben ein Regionalzug mit etwa 100 Fahrgästen. Drei Personen kamen dabei ums Leben, unter anderem der Lokführer und ein weiterer Mitarbeiter. Die Ermittlungen zur Ursache laufen, ein Erdrutsch dürfte zu dem Unglück geführt haben.
Das Zugsunglück im deutschen Bundesland Baden-Württemberg mit drei Toten ist nach ersten Ermittlungen der Polizei vermutlich durch einen durch Starkregen ausgelösten Erdrutsch verursacht worden. „Das Wasser löste einen Erdrutsch im Böschungsbereich zu den Gleisen hin aus, was wiederum wohl die Entgleisung verursachte“, teilten die Ermittler am Montag mit. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Es gebe derzeit keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung.
Bei dem Unglück am Sonntag starben nach Angaben der Ermittler drei Menschen, mindestens 41 Menschen wurden verletzt. Unter den Toten ist nach Polizeiangaben neben dem 32 Jahre alten Lokführer auch ein 36 Jahre alter Auszubildender. Zudem wurde eine 70-jährige Zuginsassin bei dem Unglück am Sonntag tödlich verletzt, wie ein Polizeisprecher am Montag vor Journalisten sagte.
Starker Regen in der Region
Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge waren in den frühen Sonntagabendstunden Gewitter über die Region gezogen. Lokal seien in kurzer Zeit 30 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, sagte Meteorologe Dominik Smieskol in München. Allerdings habe der DWD am genauen Unglücksort keine Messstation, um für dort konkrete Angaben machen zu können.
📽️ Video | Mehrere Tote bei Zugunglück
Neben dem Lokführer und einem weiteren Mitarbeiter der Zuggesellschaft starb auch ein Reisender, wie die Ermittler mitteilten. In dem betroffenen Zug der Linie RE 55 saßen nach früheren Angaben eines Sprechers der deutschen Bundespolizei rund 100 Menschen.
Bahnchef und Politiker kommen zum Unfallort
Der Chef der Deutschen Bahn, Richard Lutz, kündigte an, am Montag nach Riedlingen zu reisen. Er wolle sich ein Bild von der Lage machen und den Einsatzkräften persönlich danken. Auch der deutsche Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) wollten an die Unfallstelle kommen.
Bahnstrecke ist gesperrt
Wie lange die Bahnstrecke noch gesperrt bleibt, war zunächst unklar. Auf der Internetseite der Bahn informierte der Konzern, dass der Bahnverkehr zwischen Munderkingen und Herbertingen eingestellt sei. Am Montag sollten laut Bahn Ersatzbusse die Fahrgäste in dem Bereich transportieren. (APA, dpa)
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