„Sie sollen einfach Kind sein dürfen“: Wie lilawohnt Frauen und ihren Kindern hilft
lilawohnt unterstützt seit mehr als 40 Jahren Frauen und ihre Kinder, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Katha Pirchmoser gehört zum pädagogischen Team, das mit ihnen arbeitet.
Innsbruck – Wohnungslos bedeutet nicht unbedingt, dass Menschen kein Dach über dem Kopf haben. Sie leben vorübergehend bei Angehörigen, schlafen bei Freund:innen auf der Couch, finden Unterschlupf bei Arbeitskolleg:innen. Im Alltag fällt nicht auf, dass die Betroffenen keine eigene Wohnung haben. „Für diese Kinder und Jugendliche ist die Situation extrem belastend“, sagt Katha Pirchmoser. Sie ist pädagogische Mitarbeiterin bei lilawohnt und arbeitet mit von Wohnungslosigkeit betroffenen Kindern und Jugendlichen.
Ausgangssituation: „Für Kinder und Jugendliche bedeutet Wohnungslosigkeit eine große Unsicherheit. Sie haben kein geschütztes Zuhause, keinen ‘Safe Space’ für sich“, sagt Katha Pirchmoser. Zudem ist das Thema mit großer Scham besetzt. Schon junge Kinder versuchen, ihre Lebenssituation zu verbergen, damit es zum Beispiel in der Schule niemand mitbekommt.
lilawohnt
Gegründet 1984 in Innsbruck (damals mit dem Namen DOWAS für Frauen) ist eine feministische Frauen*organisation.
Angebot. lilawohnt hat Beratungsstellen in Innsbruck und Schwaz. Alle Informationen zu den Wohnmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.lilawohnt.at oder Tel. 0512/562477.
Unterstützung: Seit mehr als 40 Jahren arbeitet lilawohnt (bis 2023 DOWAS für Frauen) mit Frauen und ihren Kindern, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Das pädagogische Team arbeitet daran die Armuts- und Abwärtsspiralen zu durchbrechen. Die Wartelisten für die Wohnmöglichkeiten bei lilawohnt sind lang. „Ganz wichtig ist für uns, dass die Mütter und ihre Kinder jeweils eine eigene sichere Bezugsperson haben“, erklärt Katha Pirchmoser. Das sei wichtig, dass sowohl die Bedürfnisse der Mütter als auch die der Kinder und Jugendlichen individuell betrachtet werden können. „Gemeinsam tragen die Perspektiven zusammen und gehen miteinander die weiteren nötigen Schritte an.“
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Pädagogische Begleitung: Viele seien schon oft umgezogen, erlebten mehrere Beziehungsabbrüche. Die pädagogische Mitarbeiterin versucht, herauszufinden, was die Kinder brauchen, auch um Erlebtes aufzuarbeiten. „Wir schauen aber auch, was man mit den Kindern und Jugendlichen unternehmen kann. Vielleicht finden wir auch zusammen ein neues Hobby, etwas, was sie gerne ausprobieren wollen.“ Dabei erleben sie auch, dass sie oft mehr können, als sie sich selbst zutrauen. Auch Besuche in Bibliotheken, Ausflüge ins Schwimmbad oder zum Eislaufen gehören dazu. „Sie sollen auch positive Erfahrungen machen können und einfach einmal Kind sein können.“ Als Bezugsperson bespricht sie auch Gesundheitsthemen, begleitet sie auch zu Arztterminen. „Ganz wichtig ist auch, dass wir mit den Jugendlichen an einer positiven Zukunftsperspektive arbeiten.“
Herausforderungen. Vertrauen aufzubauen sei manchmal sehr schwierig. „Eine gute Beziehung zu schaffen, das kann auch länger dauern“, sagt Katha Pirchmoser. Wichtig sei, Verständnis zu zeigen. Ihren Beruf macht sie „wahnsinnig gern“. „Ich mag es, in Lebenswelten einzutauchen und mitzugehen“, sagt sie.
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