Fluchtwege blockiert

Brände auf Sardinien: Flüchtende Badegäste, Dutzende Autos brennen

Hitze löste Brände auf Sardinien aus.
© Vigili del Fuoco

In Villasimius im Süden der italienischen Insel, wo die Flammen bereits bis nahe an den Strand vorgedrungen sind, wurden Fluchtwege für Badegäste durch das Feuer fast vollständig blockiert. Eine Evakuierung auf dem Seeweg wird durch den starken Mistral-Wind erschwert.

Rom, Sardinien – Sardinien hat am Sonntag einen weiteren Tag mit schweren Bränden erlebt. Am schlimmsten war die Lage in Villasimius im Süden der italienischen Insel, wo die Flammen bis nahe an den Strand vordrangen. Das Feuer, das Wald und Gestrüpp zerstörte, loderte bis zum weißen Sandstrand, auf dem sich unzählige Badegäste aufhielten. Der Brand blockierte sämtliche Fluchtwege für die Touristen.

Die Hafenbehörde von Cagliari wurde mobilisiert, um eine Rettungsaktion über das Meer zu organisieren. Mit Booten wurden rund 100 Badegäste, darunter viele Kinder, in Sicherheit gebracht. Auch private Boote beteiligten sich an der Rettung. Verletzt wurde niemand. Hastig packten Badende Sonnenschirme und Handtücher, um zu flüchten. Dabei kam es zu chaotischen Szenen.

Viele Menschen suchten Zuflucht am Wasser

Viele Menschen suchten Zuflucht am Wasser, während dichte Rauchschwaden den Strand einhüllten, wie auf Videos zu sehen war. Viele Touristen rannten, um ihre Autos auf dem Parkplatz in Sicherheit zu bringen, damit begaben sie sich in Gefahr. Sie fuhren die Autos zum Strand, in der Hoffnung, sich vor den Flammen zu retten. Spezialkräfte mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und Booten waren im Einsatz. Umweltschützer beklagten den Verlust eines großen Waldes, der den Flammen zum Opfer gefallen sei. „Ein Umweltjuwel ist zugrunde zerstört“, schrieb die NGO GrIG.

📽️ Video | Verheerende Brände auf Sardinien

Die Präsidentin der Region Sardiniens, Alessandra Todde, kündigte einen verstärkten Kampf gegen Brandstifter an. „Wir geben nicht auf. Nicht vor der Gewalt und dem Versuch, unser Land zu zerstören. Wir werden noch härter arbeiten, um die Schutzmaßnahmen zu verstärken und die Mittel zur Vorbeugung und zum Kampf gegen Brände auszubauen. Ich wiederhole es: Wer Sardinien zerstört, ist ein Feind unserer Gemeinschaft und wird auch als solcher behandelt“, so Todde auf ihren Sozialnetzwerken.

Brände in Griechenland unter Kontrolle, Gefahr bleibt hoch

Die schweren Brände, die am Wochenende in Griechenland gewütet haben, sind inzwischen unter Kontrolle gebracht oder vollständig gelöscht worden. Lediglich in einem dünn besiedelten Gebiet im Nordwesten des Landes kämpfte die Feuerwehr am Montag noch gegen die Flammen, wie der Sender ERTNews berichtete.

Großbrände auf mehreren Inseln und bei Athen

In den vergangenen drei Tagen waren im Norden Athens sowie auf den Inseln Kreta, Euböa und Kythira und auf der Halbinsel Peloponnes mehrere große Brände ausgebrochen. Dutzende Menschen mussten mit Atemwegsbeschwerden in Krankenhäuser gebracht werden, zahlreiche Ortschaften wurden evakuiert.

Die schweren Brände, die am Wochenende in Griechenland gewütet haben, sind inzwischen unter Kontrolle gebracht oder vollständig gelöscht worden.
© IMAGO/One Inch Productions

Nutz- und Wildtiere verendeten, Häuser wurden zerstört. Touristische Anlagen blieben nach bisherigen Erkenntnissen verschont.

Behörden warnen vor weiterer Brandgefahr

Zivilschutz und Feuerwehr warnen jedoch, dass die Brandgefahr auch in den kommenden Tagen hoch bleibt. Die aktuell anhaltende Trockenheit und starker Wind können selbst kleine Feuer rasch zu Großbränden werden lassen.

📽️ Video | Zahlreiche Waldbrände in Griechenand

(APA/dpa/TT.com)