Rissradar meldet Tierleid

Weidezone Tirol stellt „Rissradar“ plus Bildmaterial online

Besucher von www.weidezone.tirol/rissradar hätten nun die Möglichkeit, sich ein Bild von den tatsächlichen Geschehnissen auf Tiroler Almen zu machen. Diese würden „von Tausenden Tränen“ begleitet, so Stefan Brugger.
© Weidezone Tirol

Mit dem neuen Rissradar führt die Weidezone Tirol allen Unbeteiligten vor Augen, was ein Wolfsriss für die Betroffenen bedeutet.

Sölden – In die Diskussionen der vergangenen Tage rund um den Erhaltungszustand des Wolfs im Alpenraum bringt sich die Weidezone Tirol ein und ruft das Leid der Schafe in Erinnerung. Auf der Homepage wurden unter dem Punkt „Rissradar“ diverse Rissmeldungen eingepflegt. Um das Tierleid zu veranschaulichen halten die Schafbauern nicht mit Bildmaterial hinterm Berg.

„Wer einmal Zeuge eines solchen Gemetzels geworden ist, wer die Schmerzen, das Leid und die Angst in den Augen der verwundeten Tiere gesehen hat, kann dieses Bild niemals vergessen“, äußert sich Weidezone Tirol-Obmann, Stefan Brugger, zu dieser drastischen Vorgangsweise: „Wir dürfen nicht die Augen vor dem Leid der Weidetiere verschließen. Es ist unsere Pflicht, die Öffentlichkeit über die Realität nach einem Wolfsriss aufzuklären.“

„Rissradar“

Die dokumentierten Risse sind auf www.weidezone.tirol zu finden

Brugger zeigt auf, dass zu den bedrohten Nutztieren auf den Almen neben den Schafen auch Rinder, Pferde und Alpakas zählen würden. Von einer „Zahlenspielerei“ hält Brugger nichts: „Eine Diskussion, die sich rein auf Zahlen konzentriert, spiegelt nicht das wider, was hinter jedem einzelnen Riss steht.“

Beim Rissradar gehe es darum, Einblick in die dramatische Situation der Tierhalter zu geben: „Jeder Besucher unserer Webseite hat die Möglichkeit, sich ein Bild von den tatsächlichen Geschehnissen zu machen.“ Diese würden „von Tausenden Tränen“ begleitet. Es sei überfällig, dass die Stimme derjenigen gehört werde, die am stärksten betroffen seien.

Tierschützer wollen lenken

Der Tierschutzverein für Tirol 1881 lehnt in einer Aussendung die Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfes ab: „Wir wissen heute schon aus Erfahrung, dass für jeden geschossenen Wolf ein neuer nachkommen wird.“ Die Vertreter des Tierschutzvereins denken, dass Wölfe durch geeignete Maßnahmen gelenkt werden können, um Abstand von Almen zu halten. Das Zusammenleben zwischen Wolf, sogenannten Nutztieren und Menschen sei möglich, aber komplex und konfliktbehaftet. Statt Schnellschüssen brauche es „gute Planung, angepasste Maßnahmen und breit abgestimmte Konzepte“, so derTierschutzverein für Tirol. (TT)