Auszeit auf dem Wasser
Stand-up-Paddling (SUP) trainiert den ganzen Körper in der freien Natur. Worauf gilt es bei der Trendsportart zu achten?
Von Nina Schrott
Rauf aufs Board und einfach lospaddeln: So stellen sich Stand-up-Paddling, kurz SUP, wohl die meisten von uns vor. Doch obwohl die Wassersportart für fast jeden geeignet ist und unterschiedlich anstrengend – von Spaziertempo bis Sprint – gestaltet werden kann, gilt es dennoch, auf einige Dinge zu achten. Die richtigen Weichen werden bereits beim Kauf gestellt, wie Phillip Alfarei erklärt. Der 52-Jährige betreibt in Innsbruck mit einem Partner den Wind- und Wassersporthandel „Tirolsail“, ist Wasserretter und am liebsten im und auf dem Wasser unterwegs.
Das richtige Board
„Wenn man längere Strecken zurücklegen möchte, bietet sich ein längeres, schmaleres Board an“, empfiehlt er, „dann muss man mit dem Paddel nicht alle zwei Schläge die Seiten wechseln und man fährt leichter geradeaus.“ Wer wendiger unterwegs sein will, schaut sich besser nach einem kürzeren, breiteren Exemplar um. Bedenken müsse man außerdem das Gewicht des Fahrers, denn Schwerere benötigen natürlich ein Brett mit mehr Auftrieb. Was die Personenanzahl betrifft, zieht Alfarei einen Vergleich: „Ein SUP-Board ist auf eine Person ausgelegt. Paddelt man zu zweit, verändern sich die Fahreigenschaften in etwa so, wie wenn man jemanden am Radl aufsitzen lässt.“
Beim Paddel sind Schwimmfähigkeit und Gewicht zu bedenken: „Alupaddel sind am günstigsten, aber auch recht schwer und gehen unter. Solche aus Glasfaser oder Karbon liegen leichter in der Hand und schwimmen länger.“ Ein hochqualitatives Set aus Board und Paddel bekomme man ab circa 550 Euro, für ein besseres Paddel müsse man etwa einen Hunderter drauflegen. „Bei Sets ist auch eine Fangleine dabei, die man in größeren Gewässern braucht, wo das Board nach einem Sturz abgetrieben werden könnte“, fügt Alfarei hinzu.
Hausverstand einpacken
Stand-up-Paddle-Equipment werde bei ihnen im Geschäft seit gut 15 Jahren nachgefragt. „Während Corona ist die Nachfrage explodiert“, erinnert sich Alfarei, „und bis heute auf einem hohen Niveau geblieben.“ Das führt er unter anderem darauf zurück, dass die Sportart sehr niederschwellig funktioniert. „Voraussetzungen sind, schwimmen und stehen zu können“, meint der Innsbrucker. Trotzdem dürfen die Tücken und Gefahrenpunkte nicht unterschätzt werden: „Mit dem SUP-Board paddelt man schnell weiter, als man schwimmen könnte. Wenn man also vorhat, sich weit vom Ufer zu entfernen, ist eine Schwimmweste unverzichtbar“, appelliert er an den Hausverstand, „da reicht es schon, wenn man einmal quer über den Achensee will.“ Am Gardasee oder in der Schweiz gelte sogar Schwimmwestenpflicht.
Auch die Kälte kann gefährlich werden: „Im Frühjahr, wenn die Luft schon warm, das Wasser aber noch eisig ist, möchte man nicht mit der Badehose hineinfallen. Da macht ein Neoprenanzug Sinn.“ Generell sei bei längeren Touren ein Handy im Trockenbeutel als Sicherheitsreserve nie falsch. Denn auch wenn der Sport einfach aussieht, hat Leichtsinn trotzdem keinen Platz.