„Sydney Sweeney hat tolle Gene“: Kontroverse im Netz nach Jeans-Werbung
Eine Jeans-Werbekampagne mit US-Schauspielerin Sydney Sweeney sorgt für Aufregung in den sozialen Medien. Im Slogan „Sydney Sweeney hat tolle Jeans“ wird auf das englische Wort „Genes“ für Gene angespielt. Der Marke wird Eugenik vorgeworfen.
Sydney Sweeney ist derzeit in 14 Instagram-Postings der Jeansmarke American Eagle zu sehen. Für Kritik sorgt vor allem der Slogan der Kampagne: „Sydney Sweeny has great jeans“, Sydney Sweeney hat tolle Jeans. Das hört sich ähnlich an wie „Sydney Sweeney has great genes“, englisch für Sydney Sweeney hat tolle Gene.
In einem Clip wird das Wortspiel ausgeführt: „Gene werden von den Eltern an ihre Nachkommen weitergegeben und bestimmen oft Merkmale wie Haarfarbe, Persönlichkeit und sogar Augenfarbe. Meine Jeans ist blau“, sagt die 27-Jährige dort. Ein weiteres Posting zeigt ein Transparent, auf dem der Slogan mit „Genes“ statt „Jeans“ steht.
Schwere Vorwürfe in den sozialen Medien
Dass Sweeney mit so einem Slogan in Szene gesetzt wird, kritisieren viele Nutzer im Internet. „Eine blauäugige, blonde, weiße Frau zu nehmen und deine Kampagne darauf zu konzentrieren, dass sie perfekte Gene hat, fühlt sich seltsam an“, schrieb ein User zu dem Clip auf X. Ein Posting zeigt die 27-Jährige mit ihrem Deutschen Schäferhund.
Auf Instagram lautete ein Kommentar: „Solche Ideen (Eugenik) sind nicht cool. Boykottiert American Eagle.“ Auch andere Nutzer warfen der Marke vor, Rassenideologie zu verbreiten. Einige spielten sogar auf das Dritte Reich an, mit Kommentaren wie „Das wirkt wie im Deutschland der 1930er-Jahre“.
Ein weiterer Vorwurf lautet, American Eagle würde Sweeney in der Werbung sexualisieren und zum Objekt machen. Viele Kommentierende künden an, in Zukunft nichts mehr von der Marke kaufen zu wollen.
Sweeney selbst in der Kritik
Sydney Sweeney wird in den sozialen Medien schon seit einiger Zeit dafür kritisiert, dass sie den „Male Gaze“, den „männlichen Blick“, bediene, indem sie sich bewusst als Objekt der Begierde inszeniere. Auch in der aktuellen Debatte steht Sweeney in der Kritik. Einige Clips zeigen sie in enger Kleidung mit tiefem Ausschnitt. „War sie es nicht, die nicht als Objekt angesehen werden wollte?“, lautete ein Kommentar auf Instagram.
Im Mai sorgte ein PR-Stunt mit Sweeney für einen Aufschrei im Netz. Die aus „Euphoria“ und „The White Lotus“ bekannte Schauspielerin bewarb eine Seife, die angeblich ihr Badewasser enthielt. Ihr wurde vorgeworfen, emanzipatorische Ideen zu hintergehen.
Weißes Haus mischt sich ein
Gegenstimmen stellten sich hinter Sweeney und lobten American Eagle für die „gelungene Kampagne mit einer wunderschönen Frau.“ US-Kommunikationsdirektor Steven Cheung schrieb auf X: „Die Cancel Culture läuft Amok“. Dieses „verdrehte“ liberale Denken sei der Grund, warum die Amerikaner bei der Präsidentschaftswahl 2024 so gewählt haben, wie sie gewählt haben.
Am vergangenen Sonntag veröffentlichte American Eagle ein neues Posting. Statt Sweeney ist darauf ein schwarzes Model zu sehen. In den Kommentaren machten sich viele über den Post lustig. „Hat sie auch so tolle Jeans wie Sydney Sweeney oder ist das nur Schadensbegrenzung?“, fragte eine Nutzerin. (TT.com, dpa)
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