Tirols FPÖ-Chef Abwerzger fordert ESC-Verzicht: „Große Sorge um die Sicherheit“
Abwerzger befürchte drohende „Hamas-Demos in Innsbrucks Innenstadt“. Die Bundesregierung solle sich gegen die Austragung aussprechen. „Reines Ablenkungstheater“, kritisieren die NEOS den FPÖ-Chef.
Innsbruck – Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger macht gegen die Austragung des Eurovision Song Contest in Österreich kommendes Jahr mobil, um die sich auch Innsbruck beworben hat. Österreich sollte „freiwillig auf die Durchführung verzichten“, forderte Abwerzger im Interview mit der Austria Presse Agentur. Durch Events wie den ESC bestehe die konkrete Gefahr, dass „anti-israelische Stimmung“, Antisemitismus und „linksextremistische Tendenzen“ gefördert werden – die Folge sei ein „massives Sicherheitsproblem.“
„Große Sorge um die Sicherheit“
Die Bundesregierung geführt von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und SPÖ-Vizekanzler Kulturminister Andreas Babler sollte deshalb seine Forderung unterstützen, so Abwerzger: „Noch wäre Zeit dafür.“ Er habe „große Sorge um die Sicherheit. Speziell am Austragungsort“, erklärte der FPÖ-Landesparteiobmann. Bereits jetzt habe man es vermehrt mit Demonstrationen bedenklicher Art zu tun. So sei etwa auch bei der zuletzt abgehaltenen „Pride Parade“ in der Tiroler Landeshauptstadt ein „letzter Block“ an „Kommunisten mit Hamas-Fahnen“ aufgetaucht. Es sei „offensichtlich“, dass „bestimmte linke Kreise“, die auch mit dem Song Contest in Verbindung stünden, ein „Antisemitismusproblem“ haben.
Bereits die beiden letzten Song Contest-Veranstaltungen hätten eine „starke Anti-israelische Stimmung“ zutage gefördert: „Man ist sogar soweit gegangen zu sagen, dass israelische Sängerinnen vom Bewerb ausgeschlossen werden sollen. Ein absoluter Wahnsinn.“ Auch die „aufgeheizte“ Stimmung gegen die israelische Vertreterin beim heurigen ESC in Basel sei „ganz schlimm“ gewesen.
Bilder von Streif-Abfahrt statt „Hamas-Demos“
Abwerzger befürchtete zudem ein beträchtliches „Imageproblem“ im Ausland – gerade auch für den „Tourismus- und Wirtschaftsstandort Tirol“, sollte Innsbruck das Rennen um die Austragung gegen Wien gewinnen und den ORF-Zuschlag erhalten. „Aus Tirol sollen Bilder wie etwa von der Streif-Abfahrt in Kitzbühel in die Welt hinausgehen. Und nicht von Hamas-Demos in der Innsbrucker Innenstadt.“
Die „Kosten-Frage“ sei für ihn in diesem Fall eine nachrangige. Ihm gehe es um die Sicherheit. Hier werde auch der Verfassungsschutz gefordert sein, es brauche ein umfassendes Sicherheitskonzept. Vizekanzler und Kulturminister Babler solle überdies nicht weiter „fatale Signale aussenden“, indem er „Leute mit bedenklichen Sympathien für Gaza und Hamas“ wie die Aktivisten bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele „auch noch zu Gesprächen einlädt.“
NEOS: „Durchschaubares Ablenkungsmanöver“
Scharfe Kritik an Abwerzgers Worten kam am Sonntag von den Tiroler NEOS. „Wer mit rechtsextremen Codes spielt und unter rassistischen Social-Media-Videos, in denen er selbst als Hauptdarsteller auftritt, rassistische Kommentare mit Holocaustleugnern und Hakenkreuzen wochenlang unwidersprochen stehen lässt, hat jede Glaubwürdigkeit verloren, wenn er anderen Radikalisierung vorwirft“, wird NEOS-Landtagsabgeordnete Susanna Riedlsperger in einer Aussendung zitiert.
Vor dem ESC müsse man keine Angst haben, vor der Radikalisierung auf Social Media aber schon, sagt sie. Für Riedlsperger sei die „Panikmache rund um angebliche ,linksextreme Tendenzen‘“ kein Beitrag zur Sicherheit, sondern ein „durchschaubares Ablenkungsmanöver“. (APA, TT.com)
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