In den Berchtesgadener Alpen

Lebensgefahr durch Steinschlag: 20 Personen nach Felssturz in Bayern ausgeflogen

Ein massiver Felssturz ging am Dienstag in den Berchtesgadener Alpen bei Ramsau ab. Ein Mann wurde leicht verletzt. Ein Wanderweg „ist nicht mehr vorhanden“, teilte die Polizei mit.

Am Dienstag gegen Mittag kam es in den Berchtesgadener Alpen zu einem massiven Felssturz. Ersten Erkenntnissen zufolge kam der Felssturz vom Hirschwieskopf, berichtet unter anderem rosenheim24.de unter Berufung auf die Grenzpolizeiinspektion Piding. Nach einer ersten Schätzung sind in etwa 1.700 Metern Höhe rund 4000 Kubikmeter Fels ausgebrochen, sagte Nationalpark-Sprecherin Carolin Scheiter.

Bei dem Felssturz wurde ein Wanderer von einem abprallenden Stein am Fuß getroffen und leicht verletzt, teilte die Polizei am Abend in einer Aussendung mit. Der Mann habe sich rund 150 Meter vom Felssturz entfernt befunden. Insgesamt wurden am Dienstag 20 Personen, darunter auch ein Kind, mit dem Polizeihubschrauber ausgeflogen. Sie wurden in das Wimbachgries gebracht. Gegen 20 Uhr war der Einsatz beendet.

Einige Personen übernachteten in der Wimbachgrieshütte, manche stiegen ab. Nur ein Wanderer wurde noch zu seinem Fahrzeug gefahren. Im Einsatz standen 13 Bergretter der Bergwacht Ramsau, eine Besatzung der Bergwacht Traunstein mit dem Tankanhänger, ein Polizeihubschrauber und zwei Beamte der Alpinen Einsatzgruppe bei der Grenzpolizei Piding.

Verschütteter Weg muss weiträumig umgangen werden

Die Wanderwege zwischen Wimbachgrieshütte und Trischübel ist nicht mehr vorhanden und gesperrt, teilte der Nationalpark Berchtesgaden auf der Homepage mit und warnt: „Es besteht Lebensgefahr durch Steinschlag.“

Nationalpark-Sprecherin Carolin Scheiter erklärte, der Steig zwischen der Hütte und dem Trischübelsattel sei auf einer Länge von 100 Metern verschüttet. Es besteht keine Möglichkeit den Weg einfach zu umgehen. „Das Gebiet muss weiträumig umgangen werden, was eine gute und weitsichtige Tourenplanung erfordert.“ Wie lange die Sperrung bestehen bleibt, sei noch unklar. In Kürze werde ein Geologe die Lage beurteilen.

Das spröde Kalkgestein in der Region hat auch früher schon zu Felsstürzen geführt. Erst im vergangenen Jahr waren laut Nationalparkverwaltung Felsmassen ins Tal gedonnert. Einen wesentlich größeren Felssturz, bei dem sich etwa 200.000 Kubikmeter gelöst hatten, gab es nach Angaben von Scheiter im September 1999.

Bergführer mahnen zur Vorsicht

Dass der Steinschlag möglicherweise etwas mit den anhaltenden Regen der vergangenen Wochen zu tun hat, kann nur vermutet werden. Bergführer hatten gegenüber der TT zuletzt jedenfalls zur Vorsicht bei Bergtouren nach der langen Regenperiode gewarnt, da diese Steinschlag durchaus begünstigen kann. (TT.com, dpa)

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