Feuer tobt weiter an den Hängen des Vesuvs, mehr als 1000 Menschen in Spanien evakuiert
In Teilen Italiens, Spaniens und Albaniens kämpfen derzeit Feuerwehrleute gegen massive Brände. In allen drei Ländern wird Brandstiftung vermutet.
Auch nach drei Tagen toben die Brände an den Hängen des Vulkans Vesuv bei Neapel weiter. Auch der Einsatz der Feuerwehr hält unvermindert an: Montagfrüh waren 80 Feuerwehrleute im Einsatz, verstärkt durch Einheiten aus verschiedenen anderen italienischen Regionen. Seit den frühen Morgenstunden waren zudem vier Canadair-Löschflugzeuge in Betrieb.
In der Nacht arbeiteten die Bodenteams daran, die Flammen an der Südflanke des Vesuvs in den Gebieten von Terzigno, Boscotrecase und Trecase zu bekämpfen. Zur Vorbeugung weiterer Brände und im Einsatz gegen Brandstifter soll verstärkt das Militär eingesetzt werden, wie Medien berichteten.
Wer die Hänge des Vesuvs in Brand gesteckt hat, ist noch unklar. Vermutet wird, dass mafiöse Organisationen für die Flammen verantwortlich sind. Damit würden sie Boden für ihre illegalen Mülldeponien gewinnen, warnten Experten. Größere Weinberge entlang der Hänge des Vesuvs wurden zerstört. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Brandstiftung.
Waldbrände im Nordwesten Spaniens
Im Nordwesten Spaniens wurden wegen anhaltender Waldbrände über 1000 Menschen evakuiert. Wie die örtlichen Behörden am Sonntag mitteilten, breiteten sich die Brände in den Provinzen Kastilien und León wegen heftiger Winde und hoher Temperaturen weiter aus. Rund 400 Menschen seien rund um die Gemeinde Carucedo evakuiert worden, weitere 700 aus mehreren Ortschaften nahe der UNESCO-Weltkulturerbestätte Las Médulas.
Nach Angaben der Feuerwehr erschwerten die sengenden Temperaturen, niedrige Luftfeuchtigkeit und heftige Winde die Löscharbeiten. Rund 60 Soldaten der militärischen Notfalleinheit UME und 20 Einsatzfahrzeuge seien in das Gebiet entsandt worden, um sich an den großangelegten Löscharbeiten zu beteiligen. Flugzeuge und Bulldozer kämen zum Einsatz, um eine Brandschneise zu schaffen.
Der Chef der Regionalregierung von Kastilien-León, Alfonso Manueco, äußerte den Verdacht der Brandstiftung als Ursache der Brände: „Wir werden gegen die Täter dieser Angriffe auf das Leben und die Sicherheit von Menschen und unser historisches Erbe vorgehen“, erklärte Manueco im Onlinedienst X.
Spanien leidet derzeit unter einer Hitzewelle mit Temperaturen um 40 Grad Celsius, was den Ausbruch von Bränden begünstigt. Die hohen Temperaturen sollen nach Angaben des Wetterdienstes noch bis mindestens Donnerstag anhalten.
Hunderte Feuerwehrleute in Albanien im Einsatz
Auch in Albanien kämpfen hunderte Feuerwehrleute und Soldaten gegen Waldbrände in mehreren Regionen des Balkanlandes. Am Montag waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums noch mehr als ein Dutzend Brandherde aktiv, nachdem in den vergangenen 24 Stunden landesweit knapp 40 Feuer ausgebrochen waren. An der Seite der Feuerwehr sind demnach rund 800 albanische Soldaten sowie Militärflugzeuge und Hubschrauber aus den Nachbarländern im Einsatz.
In der Küstenregion Finiq rund 160 Kilometer südlich der Hauptstadt Tirana mussten nach Angaben regionaler Medien etwa zehn Menschen ihre Häuser verlassen, mehrere Wohngebäude brannten aus. Nahe der Stadt Poliçan wurden ein Altersheim und sechs Familien aus den umliegenden Dörfern evakuiert. Das Feuer ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums inzwischen unter Kontrolle.
Seit Anfang Juli sind Zahlen des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) zufolge in Albanien fast 34.000 Hektar Land verbrannt. Die Polizei geht in mehreren Fällen von Brandstiftung aus und hat mehr als 20 Verdächtige festgenommen.
Die Hitzewelle auf dem Balkan dürfte noch andauern. In Serbien, Bosnien und Kroatien werden in dieser Woche teils mehr als 40 Grad Celsius erwartet. (APA/AFP/TT.com)
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