Waldbrand-Hölle in Teilen Südeuropas, Zypern ächzt unter 46 Grad
In Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und weiteren Ländern im Süden Europas lodern verheerende Waldbrände. Tausende Menschen mussten evakuiert werden, auch Todesopfer gibt es zu beklagen.
Zahlreiche großflächige Waldbrände lodern derzeit in mehreren Ländern im Süden Europas. Spanien kämpft gegen eine Serie verheerender Brände, die bereits drei Menschenleben gefordert und Tausende Hektar Wald und Busch zerstört haben. Auch in Albanien gab es ein Todesopfer. Griechenland erlebt derzeit die bisher schwierigsten Tage der diesjährigen Waldbrandsaison. Auch in Italien, Portugal und Montenegro toben mehrere Waldbrände.
📽️ Video | Hitzewelle: Südeuropas Kampf gegen die Flammen
Dutzende Brände sind in Spanien weiter außer Kontrolle. Das Land hat inzwischen die EU um Hilfe gebeten und werde zwei Löschflugzeuge erhalten. Bisher ist in Spanien schon eine größere Fläche verbrannt als im gesamten Vorjahr.
Tausende Menschen mussten aus ihren Häusern fliehen und zahlreiche Straßen sowie auch die Bahnverbindung zwischen Madrid und Galicien waren gesperrt. In der autonomen Gemeinschaft Kastilien und León sei ein Brandbekämpfer an seinen Verletzungen gestorben, berichtete RTVE. Die Zahl der Toten in dieser Woche stieg damit auf drei. Auch in Portugal wüteten weiter mehrere Waldbrände.
Aufgrund der Feuer mussten rund 6000 Menschen in mehreren Regionen die Nacht auf Mittwoch außerhalb ihrer Häuser verbringen. Touristenhochburgen sind von den Bränden im beliebten Urlaubsland derzeit nur am Rande betroffen.
📽️ Video | Urlauber bei Waldbrand in Spanien evakuiert
1500 Einsatzkräfte in Portugal
Auch im Nachbarland Portugal hielten Wald- und Vegetationsbrände die Behörden auf Trab. Mehr als 1500 Einsatzkräfte kämpften zuletzt gegen die sechs größten Brände auf dem Festland. Besonders besorgniserregend war das Feuer im Kreis Trancoso, nahe der Grenze zu Spanien, wo mehr als 500 Kräfte im Einsatz waren.
In Griechenland wurden allein am Dienstag im ganzen Land 82 neue Brände registriert, wie der Vorsitzende der Vereinigung der Offiziere der griechischen Feuerwehr, Kostas Tsingas, dem Sender ERTNews sagte. Diese Zahl sei „außergewöhnlich hoch“. In Kombination mit stürmischem Wind, anhaltender Trockenheit und großer Hitze hätten sich die Bedingungen für die Brandbekämpfung dramatisch verschärft.
Verstärkung per Schiff in Griechenland
Besonders gefährlich sei die Lage derzeit nahe der westgriechischen Stadt Patras. Dort lodern zwei große Brände. Auch in der Region Preveza im Nordwesten des Landes sowie auf den Inseln Zakynthos und Chios brennt es großflächig.
Zudem gebe es unzählige Glutnester, die sich mit dem Wind binnen Minuten in neue Brände verwandeln, teilte die Feuerwehr mit. Verstärkung wurde per Schiff in die betroffenen Regionen gebracht. Insgesamt seien landesweit rund 5.000 Feuerwehrleute an den Löscharbeiten beteiligt.
Zypern ächzt unter Temperaturen bis zu 46 Grad
Eine starke Hitzewelle macht den Menschen auf Zypern zu schaffen. Am Donnerstag werden im Landesinneren Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius erwartet. Bereits am Vortag seien am Messpunkt der Ortschaft Lefkara – etwa 20 Kilometer von der Küste entfernt – sogar 46,1 Grad gemessen worden, berichtete der zypriotische Rundfunk (RIK). Der Wetterdienst gab eine Warnstufe für extreme Höchsttemperaturen heraus, die sowohl für das Inland als auch für höhere Gebirgslagen gilt.
Wegen der Meeresbrise sei die Lage an den Küsten etwas besser. Dort werden Höchsttemperaturen um die 38 Grad erwartet. Ab Freitag sollen die Temperaturen allmählich sinken und bis Sonntag wieder den jahreszeitlichen Durchschnittswerten um die 36 Grad entsprechen.
📽️ Video | Griechenland kämpft gegen Waldbrände
Italiens Behörden: Fahrlässigkeit und Brandstiftung
In Italien gibt es vor allem im Süden des Landes immer wieder Waldbrände. Allein am Sonntag gingen beim Katastrophenschutz 22 Anfragen für Löschunterstützung aus der Luft ein – neun davon aus Kampanien.
Im Vesuv-Nationalpark bei Neapel tobte ein großflächiger Brand, weitere Feuer wurden aus Latium, Sizilien, Apulien, Basilikata, Kalabrien und Sardinien gemeldet. Die Behörden warnen, dass die meisten Brände auf Fahrlässigkeit oder Brandstiftung zurückgehen und rufen die Bevölkerung zu schneller Meldung verdächtiger Rauchentwicklung auf.
Krankenhaus in Albanien evakuiert
In Albanien toben seit Tagen Waldbrände in vielen Teilen des Landes. Ein Mensch starb in den Flammen im zentralalbanischen Gramsh, wie das Verteidigungsministerium in Tirana mitteilte.
Feuerwehr, Soldaten und Polizei sind Tag und Nacht im Einsatz, auch mit Lösch-Hubschraubern. In der Kleinstadt Delvina, zehn Kilometer vom Adria-Strand entfernt, musste neben Wohnhäusern auch ein Krankenhaus evakuiert werden.
Österreichische Feuerwehrleute in Montenegro
In Montenegro kämpfen Einsatzkräfte aus Österreich, Ungarn, Serbien, Kroatien und Italien gegen die Flammen. 54 Feuerwehrmitglieder aus Niederösterreich haben sich am Mittwoch von Tulln aus auf den Weg gemacht, um dort die lokalen Einsatzkräfte beim Löschen von Waldbränden zu unterstützen und eine Ausbreitung der Flammen zu verhindern.
Neben modernster Technik wie Löschrucksäcken, speziellen Handwerkzeugen und mobilen Löschwassersystemen bringen die Helfer vor allem umfangreiche internationale Einsatzerfahrung mit, teilte der Landesfeuerwehrverband per Aussendung mit. Besonders betroffen ist der küstennahe Streifen zwischen Piper und Buljarica. (APA, AFP, dpa, TT.com)
Kommentare