Weniger Geld für die Ärmsten der Welt: „Menschen vor Ort zu helfen, ist nachhaltiger“
Weltweit werden die Entwicklungsgelder gekürzt. Dabei sei langfristige Hilfe wichtig, sagt die Leiterin der Caritas Auslandshilfe.
Innsbruck – Burkina Faso und Mali gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. „Die Lage ist äußerst dramatisch. Die westafrikanischen Länder sind zwei der sogenannten Hunger-Hotspots, zwei der am stärksten von Hunger betroffenen Gebiete der Welt.“, sagt Julia Stabentheiner, Leiterin der Caritas Auslandshilfe. Mehr als 3,7 Millionen Menschen hatten laut dem Welternährungsprogramm im Sommer 2024 keinen Zugang zu ausreichender Nahrung.
Seit vielen Jahren unterstützt die Caritas Tirol mit ihren Projekten die Menschen in den beiden westafrikanischen Ländern. „Wir setzen sowohl auf langfristige Entwicklungszusammenarbeit als auch auf akute Nothilfe“, erklärt Stabentheiner. In der langfristigen Unterstützung gehe es auch darum, die Landwirtschaft trotz schwieriger klimatischer Bedingungen zu sichern.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind spürbar. „In der Sahelzone gibt es traditionell eine Trocken- und eine Regenzeit. Doch diese verschieben sich zunehmend. Wenn die Menschen nicht mehr wissen, wann es regnet, können sie auch nicht mehr zuverlässig säen oder pflanzen.“ Wasserauffangbecken und Brunnen oder klimaresistentes Saatgut, das zur Verfügung gestellt wird, sind Teil der langfristigen Unterstützung.
Gleichzeitig leistet die Caritas Tirol auch humanitäre Soforthilfe. „In Burkina Faso sind derzeit rund zwei Millionen Menschen auf der Flucht. Auch in Mali fliehen Hunderttausende Menschen vor politischer Instabilität und den Auswirkungen der Klimakrise“, erklärt Stabentheiner. Die Binnenvertriebenen erhalten Wasser, Lebensmittel, Notunterkünfte sowie medizinische und psychologische Betreuung. „Besonders achten wir auf die Versorgung von Kleinkindern, stillenden Müttern und Schwangeren.“
Langfristige Entwicklungszusammenarbeit nachhaltiger
Der Zugang zu Bildung ist ein dritter Schwerpunkt der Arbeit in den beiden Projektländern. „Kinder sollen auch auf der Flucht die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen.“
Doch weltweit werden die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit gekürzt. Die US-Entwicklungsbehörde USAID hat ihre Arbeit eingestellt. „Viele Projekte wurden abrupt gestoppt, Lebensmittel konnten nicht mehr verteilt werden.“ Auch Österreich plane Kürzungen – wie viele andere Staaten. Aber: „Entwicklungszusammenarbeit ist langfristig deutlich kostengünstiger als humanitäre Nothilfe“, erklärt Julia Stabentheiner. „Wenn wir Menschen vor Ort unterstützen und ihnen helfen, sich selbst zu versorgen, ist das nachhaltiger und effizienter.“
Spendenkonto
- Caritas Innsbruck
- IBAN: AT79 3600 0000 0067 0950
- Verwendungszweck: Hungerhilfe Westafrika
Oder online unter: www.caritas-tirol.at/spenden
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