Würdigung für Altbürgermeister

Emotionale Momente in Thaur: Konrad Giner zum Ehrenbürger ernannt

Von 2004 bis 2016 „dirigierte“ Konrad Giner die Gemeinde Thaur als Bürgermeister. Nach der Verleihung der Ehrenbürgerschaft im Alten Gericht durfte er die Musikkapelle dirigieren – gespielt wurde sein Lieblingsstück, der „Böhmische Traum“.
© Birgitt Drewes

Nach über 20 Jahren wurde in Thaur wieder die Ehrenbürgerwürde vergeben – und zwar an Altbürgermeister Konrad Giner. Dieser hat die Gemeinde nicht nur als Politiker nachhaltig geprägt.

Thaur – „Lange hab‘ ich mich dagegen gewehrt, aber jetzt freut und ehrt es mich ganz besonders.“ Direkt nach der Verleihung der Ehrenbürgerwürde zeigte sich Konrad Giner am Hohen Frauentag sehr bewegt. Der ehemalige Thaurer Bürgermeister war eine von vier verdienten Persönlichkeiten, die am 15. August bei einem Festakt im Alten Gericht geehrt wurden.

Vor mehr als zwanzig Jahren hatte der Gemeinderat das letzte Mal die Ehrenbürgerwürde verliehen, damals an Altbürgermeister Josef Giner. Dieser stellte sich nun als einer der ersten Gratulanten bei Konrad Giner, einem seiner Nachfolger, ein.

Prägende Bürgermeisterära

Bereits als 26-Jähriger trat Konrad Giner in den Gemeinderat ein und setzte sich dort 23 Jahre lang für die Anliegen der Thaurer BürgerInnen ein. Als er die Politik hinter sich lassen wollte, wurde er schließlich gebeten, als Bürgermeister zu kandidieren.

Von 2004 bis 2016 führte Konrad Giner die Gemeinde. Der jetzige Ortschef Martin Plank nannte in seiner Laudatio einige der zentralen Projekte aus dieser Ära: „Das Flurbereinigungsverfahren Thaurer Felder wurde gestartet, das Alte Gericht renoviert, die Kanalisation auf zeitgemäßen Stand gebracht.“ Auch die Thaurer Alm wurde unter Konrad Giner renoviert und diverse Infrastrukturprojekte gestartet, von Wasserleitungen bis hin zu Straßen und Gehsteigen. „Konrad ist bis zum heutigen Tag ein Macher, der jeden einbindet“, lobt Plank.

Der Thaurer Bürgermeister Martin Plank (r.) und Vizebürgermeister Romed Giner (l.) überreichten die von Heribert Waldner prachtvoll gestaltete Ehrenurkunde an Konrad Giner.
© Birgitt Drewes

Um die Vereine machte sich Giner ebenfalls sehr verdient – nicht nur politisch, sondern auch als aktives Mitglied. Als Ältester von sieben Kindern beim „Jaggler“ lag es auf der Hand, dass er ein Muller sein würde. Auch bei den Plattlern, beim Trachtenverein (zehn Jahre lang sogar als Obmann), bei den Jungbauern, im Wintersportverein oder im Tennisclub hinterließ er seine Spuren.

Ehrenamt als „Schmiermittel jeder Gesellschaft“

„Es gibt unzählige Menschen in Thaur, die sich mit Leidenschaft für Menschen einsetzen, dieses freiwillige Engagement ist das Schmiermittel jeder Gesellschaft“, führte Joe Bertsch in seiner Dankesrede aus. Der Thaurer Gemeindevorstand und Obmann des Vereins Chronos ist einer von drei neuen EhrenzeichenträgerInnen. Franziska Rief und Franz Nagl sind die beiden anderen. Alle drei zeichnet ihr leidenschaftliches Wirken für Thaur aus – ob auf Vereinsebene, in der Politik oder persönlich. „Wenn man sie ruft, waren sie und sind sie zur Stelle“, betonte Vizebürgermeister Romed Giner in seinen Laudationes für Nagl und Rief.

Wie stark das Vereinsleben in Thaur ist, zeigte sich am Festtag besonders: Ob Musikkapelle, Schützen, Schützengilde, Feuerwehr, Partisaner oder andere – vor und im Alten Gericht waren die Aktiven zu erleben. Das hinterließ wohl auch bei den Geehrten einen besonderen Eindruck.

Bürgermeister Martin Plank (r.) und VBM Romed Giner (l.) freuen sich mit den vier Geehrten, v. l. Franz Nagl, Konrad Giner, Franziska Rief und Joe Bertsch.
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