Ein Versprechen für chronisch Erschöpfte: Aktionsplan für ME/CFS-Erkrankte
Wer an einem postakuten Infektionssydrom oder an Post Covid erkrankt, ist allzu oft mit Unverständnis im Gesundheitssystem konfrontiert. Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) verspricht Besserung.
Wien – Die Betroffenen und deren Bedürfnisse ernst nehmen: Viele Menschen, die an postakuten Infektionssyndromen (PAIS) wie ME/CFS oder Post-Covid leiden, erleben genau das nicht. Gesundheits-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) verspricht nun aber, dass es bis Jahresende Fortschritte geben solle. Sie kündigt an, dass ein bereits länger diskutierter Aktionsplan in der zuständigen Zielsteuerungskommission auch beschlossen werden soll.
Der Aktionsplan geht auf Vorarbeiten des früheren Grünen-Gesundheitsministers Johannes Rauch zurück. Die Betroffenen kämpfen oft nicht nur mit ihrer Krankheit, sondern auch gegen die Gesundheitsbürokratie. APA, ORF und die Rechercheplattform Dossier etwa haben aufgezeigt, dass die Krankheit nicht immer anerkannt werde. Die Folge: langwierige Auseinandersetzungen bei Anträgen für Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension, Rehageld oder Pflegegeld.
Angebote für alle nötig
Das Problem beginnt oft damit, dass Diagnosen nicht richtig gestellt werden. „Wir werden auch daran gemessen werden, ob man auf Sicht gesehen – und das muss man wahrscheinlich jetzt relativ schnell tun – wirklich Angebote hat für die Menschen“, sagt dazu Königsberger-Ludwig. Sie kündigt unterschiedliche Angebote an, um die Breite der Bedürfnisse abzudecken: „Man wird etwas brauchen, wo die Menschen hingehen können, und man wird mobile Teams brauchen, weil nicht alle mobil sind.“
Spitäler müssen lernen
Auch in den Krankenhäusern werde man sich auf diese Patientinnen und Patienten besser einstellen müssen. Licht etwa kann für Betroffene wegen großer Empfindlichkeit ein Problem sein. Eine Antwort, um Stress zu verhindern, wären spezielle Zimmer, abgedunkelt und besonders ruhig. Eines dürfe jedenfalls nicht passieren: „Du fährst ins Krankenhaus, weil es dir schlecht geht, und eigentlich kommst du schlechter heim als vorher.“
In der „Bundeszielsteuerungskommission“, in der Königsberger-Ludwig den Aktionsplan nun beschließen will, sind Bund, Länder und Sozialversicherung vertreten, also die vielen „Stakeholder“ des Gesundheitssystems. Man werde sie alle brauchen, sagt die Staatssekretärin.
Betroffene wollen mitreden
Mitsprache wünschen sich auch die Betroffenen. Die Österreichische Gesellschaft für ME/CFS ist froh, dass der Aktionsplan PAIS nun beschlossen und damit offiziell verbindlich werden soll. Die Patientenorganisation will aber mitreden, „um bedarfsgerechte Maßnahmen beschließen und umsetzen zu können“. (APA, TT)