Tierschützer gegen Reinhold Messners Abschuss-Aufruf: „Beseitigung von Wölfen ist absurd“
In einem Interview sagte Extrembergsteiger Reinhold Messner, man solle Wölfe in den Alpen „töten oder sterilisieren“. Eine italienische Tierschutzorganisation kritisierte jetzt die Aussage und warf Messner Widersprüchlichkeit vor.
„Die Natur kann sich am besten selbst regeln“, erklärte der italienische Tierschutzverband „Lndc Animal Protection“ mit Blick auf den Wolf. Mit dem Statement reagierten die Tierschützer auf eine Aussage, welche die Bergsteiger-Legende Reinhold Messner zuvor in der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ getroffen hatte. „Ich bin nicht gegen Wölfe, aber ich sage, dass man sie töten oder vielleicht sterilisieren muss, um ein Gleichgewicht zu finden“, sagte der 80-Jährige im Interview.
Tierschützer sehen Widerspruch
„Es ist paradox, dass ein Mann, der vorgibt, die Berge zu lieben und zu respektieren, eine ihrer symbolträchtigsten Arten ausrotten will“, so der Tierschutzverband. Der Wolf sei nämlich kein Feind, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Bergökosystems. „Ihn als Hauptbedrohung darzustellen, ist völlig falsch und irreführend.“
„Lndc Animal Protection“ wies darauf hin, dass das Zusammenleben mit dem Wolf nicht nur möglich, sondern in vielen Regionen Italiens bereits Realität sei. „Dank Zäunen, Herdenschutzhunden und schneller Entschädigung können Viehzüchter und Wölfe nebeneinander existieren“, so der Verband. Dazu müsse die Weidewirtschaft nicht aufgegeben werden.
An Messners Aussagen störte die Tierschützer vor allem die „Widersprüchlichkeit“. „Er sagt, er liebe die Berge wegen ihrer unberührten Landschaften, aber gleichzeitig behauptet er, dass diese ohne menschliches Eingreifen verfallen würden.“ Menschliche Aktivitäten sollten nicht immer Vorrang vor der Natur haben, so die Tierschützer.
Messner für niedrige Wolf-Population
Messner kämpft dafür, den Wolf in den Alpen unter weniger Schutz zu stellen. „Die Population muss niedrig gehalten werden. Denn ich kenne zum Beispiel viele Bauern, die wegen der Risse sagen, sie lassen es“, sagte er der Tiroler Tageszeitung im Juni. Das bedeute jedoch nicht, dass er wolle, dass die Wölfe ausgerottet werden. Die Population der Wölfe solle die Almwirtschaft aber nicht gefährden.
Wölfe auch in Tirol kontroverses Thema
Auch in Tirol sorgen Wolfsrudel immer wieder für Aufsehen. Die Sorge um die Sicherheit der Weidetiere ist ständig präsent, gleichzeitig gehören Wölfe in Österreich zu den geschützten Tierarten. Immer wieder kommt die Frage auf, ob Wölfe, die Nutztiere reißen, geschossen werden dürfen. Erst am Donnerstag erlegten Jäger im Bezirk Landeck einen sogenannten „Schadwolf“. (TT.com, APA)
Vom Vinschgau nach Sexten
Reinhold Messner über sein neues Haus und warum er für den Abschuss von Wölfen ist
Nach mehreren Rissen
Jäger erlegten Wolf im Bezirk Landeck, weitere Abschussverordnung im Unterland
Heuer 17. Verordnung
Kommentare