Über Nacht auf Berg festgehangen: Alpinisten am Monte Rosa gerettet
Die beiden Bergsteiger gruben ein Schneeloch, um sich vor der Kälte zu schützen. Erst dank der Besserung der Wetterlage konnten sie Freitagfrüh gerettet werden.
Zwei deutsche Bergsteiger, die die Nacht auf 4000 Meter Höhe am östlichen Breithornzwilling verbracht haben, einem Gipfel im Herzen des Monte Rosa-Massivs im Aostatal, unweit des Grenzkamms zwischen Italien und der Schweiz, sind von der italienischen Alpinrettung in Sicherheit gebracht worden. Sie wurden ins Krankenhaus der Stadt Aosta eingeliefert und sind wohlauf, wie die Bergrettung am Freitag mitteilte.
Die beiden Bergsteiger im Alter von 44 und 34 Jahren hatten am Donnerstag ein technisches Problem: Ihr Seil hatte sich beim Abstieg verhakt, sodass ein sicheres Weiterkommen unmöglich war. Eine Bergung per Hubschrauber war aufgrund der schlechten Wetterbedingungen und der schlechten Sicht zunächst nicht möglich. Die Mitglieder der Bergrettung des Aostatals versuchten, die Alpinisten auf dem Landweg zu erreichen, doch der Aufstieg durch die Rinnen zur Stelle auf etwa 4070 Metern Höhe war äußerst gefährlich. Auch der Versuch der Schweizer Bergrettung, sich per Hubschrauber von der Schweizer Seite aus zu nähern, blieb erfolglos.
📽️ Video | Über Nacht auf Berg festgehangen
Alpinrettung stand mit den Bergsteigern in ständigem Kontakt
Ein Mitarbeiter der alpinen Rettungszentrale des Aostatals stand mit den deutschen Bergsteigern in Kontakt und riet ihnen, sich vorübergehend zu schützen und auf eine Besserung der Wetterlage zu warten, die eine Hubschrauberlandung ermöglichen könnte – die einzige realistische Option für ihre Rettung. Die Rettungskräfte empfahlen den beiden Alpinisten, ein Schneeloch zu graben, in dem sie die Nacht verbringen und sich vor den Witterungsbedingungen schützen sollten, bis eine Rettung möglich wurde. Erst dank der Besserung der Wetterlage konnten die beiden Deutschen am Freitag gegen 5.30 Uhr gerettet werden.
Der Monte Rosa ist ein ausgedehntes Gebirgsmassiv in den Walliser Alpen an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Nach dem Mont Blanc ist der Monte Rosa zudem der zweithöchste Berg der Alpen und Westeuropas. Tödliche Unfälle sind keine Seltenheit. (APA)
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