Bekam Geld für Misshandlungen

„Szenen des Horrors“: Videostreamer Jean Pormanove stirbt live

Über die australische Website Kick verfolgten User brutale Gewaltszenen an dem Live-Streamer und kommentierten.
© AFP/Bonaventure, Instagram

Der Franzose ließ sich regelmäßig gegen Geld live demütigen und misshandeln. Nun starb der Videostreamer vor laufender Kamera im Alter von nur 46 Jahren.

Der französische Streamer Raphaël Graven erreichte unter dem Namen Jean Pormanove Hunderttausende Follower weltweit. Der 46-Jährige brach in der Nacht auf Montag während einer Live-Übertragung vor laufender Kamera zusammen und starb.

Eine Obduktion ergab, dass er nicht durch Fremdeinwirkung, sondern durch medizinische oder toxikologische Ursachen ums Leben kam, teilte die Staatsanwaltschaft in Nizza mit. Die letzten Minuten der Übertragung werden weiter ausgewertet. Ein französisches Regierungsmitglied sagt: „Das Video enthält Szenen des absoluten Horrors.“

Pormanove war für extreme Challenges und selbst gewählte Demütigungen bekannt. Aufnahmen zeigen, wie andere Streamer ihn während eines Rekordversuchs minutenlang würgten oder festhielten. Auch von Zuschauern soll er im Stream verspottet worden sein. Kurz vor seinem Tod schrieb er laut BFMTV an seine Mutter: „Ich habe es satt, ich will weg. Aber sie halten mich fest.“

Nach Recherchen des Enthüllungsmediums Mediapart wurde er noch wenige Stunden zuvor von als Batman verkleideten Mitstreitern attackiert. Schon Anfang des Jahres hatten Ermittler wegen solcher Szenen Befragungen durchgeführt. Damals sprach Pormanove von einer Inszenierung, mit der er Geld verdiene – rund 6000 Euro monatlich. Der Fall wirft Fragen nach den Grenzen von Streaming-Content auf.