Ausgewogene Ernährung

Grüne fordern "G'scheide Jaus'n" für Tiroler Schulkinder

Viktoria Gruber, Hermann Weratschnig und Petra Wohlfahrtstätter verteilten beim Schwazer Freibad Jausensackerln.
© grüne tirol – Maximilian Mungenast

Die Tiroler Grünen starten eine Sommerkampagne für gesunde, regionale Schuljausen. Mit der "Tiroler Jaus'n Initiative" wollen sie ein flächendeckendes Angebot für 75.000 Kinder in Kindergärten und Schulen etablieren. Ziel ist es, regionale Landwirtschaft zu stärken und Kindern eine ausgewogene Ernährung zu ermöglichen.

Schwaz - Die grüne Landtagsabgeordnete Petra Wohlfahrtstätter sieht großes Potenzial in dem Projekt: „Die g'scheide Jaus'n soll aus Tirol kommen – vom Urprodukt über die Verarbeitung bis hin zur Verteilung. Hier müsste das Land unterstützend eingreifen und systematisch die regionale Beschaffung und Organisation übernehmen bzw. an eine Plattform übergeben, die das mit Betrieben vor Ort tut.“

Diese Initiative hätte laut Wohlfahrtstätter so das Potential zu einem Befreiungsschlag für die heimische Landwirtschaft zu werden. Die Erzeuger hätten eine Absatzgarantie für ihre Produkte an 190 Schultagen im Jahr für 75.000 Kinder. Damit sinke die Abhängigkeit von Industrie und Handelsketten, die die Landwirte immer mehr unter Druck setzen.

Viktoria Gruber, Grüne Bezirkssprecherin Schwaz, betont den Bedarf: „Einige Eltern haben mir gesagt, dass das Geld für eine gesunde Jause nicht reicht. Andere haben mir gesagt, dass die Zeit fehlt, eine g'scheide Jause herzurichten.“

Getreide, Obst, Gemüse, Eiweiß als Jause

Die Initiative zielt darauf ab, allen Kindern unabhängig vom sozioökonomischen Status ihrer Eltern eine ausgewogene Ernährung zu ermöglichen. Laut Statistik Austria sind 21 Prozent der Kinder in Tirol armutsgefährdet.

Eine "g'scheide Jause" soll aus Getreide, Obst oder Gemüse und einer Eiweißkomponente bestehen – alles aus regionaler Produktion. Die Grünen fordern nun die Landesregierung auf, das Projekt umzusetzen und alle Beteiligten einzubinden.

Neben gesundheitlichen Vorteilen für die Kinder versprechen sich die Initiatoren auch positive Effekte für Pädagogen, Eltern, Landwirtschaft und Umwelt. Sie sehen darin die Chance, einen neuen Standard für Tirol zu setzen und eine Vorbildrolle in Österreich einzunehmen.

Zahlen und Fakten

→ In etwa 75.000 Kinder sind zwischen 3 und 14 Jahre alt und besuchen in Tirol einen Kindergarten oder die Schule → 21 Prozent der Kinder in Tirol sind laut Statistik Austria armutsgefährdet → Jedes fünfte Kind leidet an zumindest einer chronischen Krankheit, die nicht immer, aber oft durch eine gute Ernährung beeinflussbar ist. → 140 Millionen Euro minus schreiben die Tiroler Krankenhäuser jährlich - Tendenz steigend. Mehr als die Hälfte aller Krankheiten haben in irgendeiner Weise mit falschem Essen zu tun.

Quelle: Grüne Tirol