Neue Betrugsmasche: Kriminelle faken Anrufe mit falschem Innenminister
Das Bundeskriminalamt (BK) warnt vor einer neuen Masche mit Deepfake-Videokonferenzen mit dem vermeintlichen Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).
Wien – Es ist schon wieder etwas passiert, würde wohl Krimi-Autor Wolf Haas diese Geschichte beginnen. Eine neue Betrugsmasche verbreitet sich derzeit in Österreich. Die Kriminellen täuschen bei den Anrufen die Identität von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) vor, um Geldforderungen zu stellen. In mehreren Versuchen kam es bereits zu einem Gespräch mit dem falschen Minister, der um Lösegeldzahlungen im Zusammenhang mit Geiselnahmen bat, wie das Bundeskriminalamt am Freitag mitteilte.
Kontakt mit offizieller Nummer
Der erste Kontakt zwischen den Kriminellen und den Opfern erfolgte jeweils über die offizielle Telefonnummer des Innenministeriums (+43 1 53126), die durch sogenannte "Caller ID Spoofing"-Methoden gefälscht wurde. Im weiteren Verlauf wurde die Identität des angeblichen Ministers in einem Videochat vorgetäuscht.
Bei den Anrufen handelt es sich immer um Betrugsversuche. Das Bundeskriminalamt hält fest, dass weder das Innenministerium noch eine andere österreichische Behörde jemals über Videochats oder Telefonanrufe zu Spendengeldern für Lösegeldzahlungen auffordern.
Internationale Kooperation
Die Expertinnen und Experten im Cybercrime-Competence-Center (C4) des Bundeskriminalamts ermitteln in diesem Zusammenhang - auch mit internationalen Partnerdiensten. Denn auch wenn Deepfakes täuschend echt wirken, würden sie im Netz Spuren hinterlassen.
Wie erkennt man Deepfakes?
Um verdächtiges Material und ungewöhnliche Anrufe zu erkennen, sollte man auf unnatürliche Übergänge im Gesicht oder verschwommene Konturen achten. Zudem kommen oft unlogische Schatten, fehlendes Blinzeln und unnatürliche Mimik vor. Auch auf die Stimme des Gegenübers sollte geachtet werden: Oft ist hierbei ein metallischer Klang, eine monotone Sprachweise oder falsche Betonungen zu hören.
Die Experten empfehlen, bei Inhalten in sozialen Netzwerken oder via Messenger stets kritisch zu bleiben und Ungeprüftes nicht zu glauben oder weiterzuverbreiten. Zudem sollten Quellen geprüft werden und bei Geldforderungen oder Drohungen sofort die Polizei verständigt werden. Auch bei der Veröffentlichung eigener Fotos, Videos und Sprachaufnahmen sei Vorsicht geboten. (TT, APA)
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