Der große Schamane Graham Greene ist tot
Mit seiner Rolle im Western-Epos „Der mit dem Wolf tanzt“ wurde Graham Greene 1990 berühmt. Der kanadische Schauspieler verstarb am Montag im Alter von 73 Jahren.
Ontario – Der Schauspieler Graham Greene ist mit 73 Jahre nach langer Krankheit verstorben, wie sein Management gestern bekannt ab.
Unvergessen bleibt der Kanadier durch seine Rolle als Schamane „Strampelnder Vogel“ im Film „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990). Als starker und gleichzeitig ruhiger Sioux-Krieger brachte er Hauptdarsteller Kevin Costner (70) bei, was „Büffel“ in der Sprache der Lakota heißt: „Tatanka“. Es ist eine Szene, die die Erinnerung an den Schauspieler wohl immer weiterleben lässt.
Greene spielte die Rolle des Schamanen entgegen vieler damaliger Stereotypen mit viel Menschlichkeit und stiller Autorität, was ihm nicht nur zu seinem Durchbruch verhalf, sondern ihm letztlich auch eine Nominierung für den Oscar als bester Nebendarsteller einbrachte.
Costner bezeichnete seinen Co-Star später als „Bruder vor der Kamera und Freund im Leben“. Die beiden hätten nicht nur einen Film zusammen gemacht, sondern „ein Stück Wahrheit erzählt.“ So sei Greene auch im echten Leben ein „stiller und großer Mann“ gewesen.
Ein Pionier der Szene
In seiner knapp fünf Jahrzehnte langen Karriere verkörperte Greene oft indigene Charaktere und war in zahlreichen weiteren Filmen zu sehen, darunter in „Stirb langsam: Jetzt erst recht“ (1995) oder „The Green Mile“ (1999). Jüngeres Publikum dürfte ihn als Anführer des Quileute Stammes in der Twilight-Saga (2009) kennen. Zuletzt war er u.a. in der Serie „Tulsa King“ (2022) mit Sylvester Stallone (79) zu sehen.
Der selbst aus dem Six-Nations-Reservat in Ontario stammende Greene habe „Klischees über indigene Charaktere durchbrochen und den Weg für die nächste Generation von Schauspielern geebnet“, hieß es in seiner Würdigung für den „Order of Canada“, die höchste zivile Auszeichnung Kanadas, die er 2016 erhielt.
Keine Klischee-Rollen
Der Schauspieler habe sich nicht in stereotype Rollenbilder drängen lassen, sagte die Schauspielerin und Regisseurin Kaniehtiio Horn (38), die mit Greene in der Serie „Reservation Dogs“ zu sehen war.
Selbst typische „Indianer-auf-dem-Pferd-Rollen“ habe er sehenswert gemacht. „Er war nicht nur ein guter indigener Schauspieler – er war ein guter Schauspieler, der zufällig indigener Herkunft war.“
Er thematisierte die Spiritualität und die oftmals gebrochene Geschichte indigener Völker und kämpfte dafür, dass indigene Rollen nicht von Nicht-Indigenen gespielt wurden. Mit dieser Haltung prägte er die Filmbranche Hollywoods nachhaltig.
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