Putin und Kim als Ehrengäste

Machtvolle Militärparade in Peking: China zeigt als neue Weltmacht Zähne

Mehr als 10.000 Soldaten der Volksbefreiungsarmee marschierten in peking auf.
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Mit einer Militärparade feierte China den 80. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg. Und sandte ein Signal der Stärke an den Westen. Als Ehrengäste waren Kremlchef Putin und Nordkoreas Diktator Kim geladen.

Peking – Tarnkappen-Kampfflugzeuge, Kampfroboter, Unterwasserdrohnen – und dazu Tausende Soldaten im Gleichschritt im Zentrum Pekings. China feierte am Mittwoch mit einer machtvollen Militärparade den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und inszenierte sich dabei auch militärisch als aufstrebende Weltmacht. Mehr als 10.000 Soldaten der Volksbefreiungsarmee marschierten am Platz des Himmlischen Friedens vorbei, flankiert von Hunderten Fahrzeugen und Flugzeugen. Staats- und Parteichef Xi Jinping nahm die Parade ab, zusammen mit seinen Ehrengästen, Kremlchef Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. China präsentierte sich an der Seite jener beiden Staatschefs, die im Westen als Aggressoren im Ukraine-Krieg gelten.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (Mitte) lud Russlands Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Diktator Kim Jong-un als Ehrengäste ein.
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„Heute steht die Menschheit erneut vor der Wahl zwischen Frieden und Krieg, Dialog und Konfrontation, Win-win und Nullsummenspiel“, erklärte Chinas allmächtiger Staats- und Parteichef. Und er betonte, dass die Volksbefreiungsarmee zu einer Weltklasse-Armee ausgebaut werden müsse, um Chinas Souveränität zu sichern.

Signal an den Westen

Mit der gigantischen Waffenschau sandte Peking auch ein Zeichen der Stärke in Richtung Westen. China ist auf der Bühne der großen Weltpolitik zu einem der Hauptakteure aufgestiegen. Insgesamt waren 26 Staats- und Regierungschefs angekündigt, darunter aus Weißrussland, dem Iran und Usbekistan. Viele westliche Diplomaten blieben der Parade fern. Als einziger EU-Regierungschef war der slowakische Ministerpräsident Robert Fico in Peking.

US-Präsident Donald Trump kommentierte das Geschehen in seinem sozialen Netzwerk Truth Social. Er fragte, ob Xi in seiner Rede an die Unterstützung erinnern werde, welche die USA China im Kampf gegen den japanischen Aggressor gegeben hätten. Viele Amerikaner seien für Chinas Sieg und Ruhm gestorben. Er hoffe, dass diese Opfer geehrt würden. „Bitte richten Sie meine herzlichsten Grüße an Wladimir Putin und Kim Jong-un aus, während Sie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika konspirieren“, schrieb Trump. Der Kreml gab umgehend Kontra. „Ich möchte sagen, dass niemand irgendwelche Verschwörungen angestiftet hat, niemand hat irgendetwas ausgeheckt“, erklärte Juri Uschakow, der außenpolitische Berater Putins, im russischen Staatsfernsehen.

China präsentierte auch seine neuen Raketensysteme.
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Neue Waffensysteme

Die Parade mit ihren 45 Formationen enthüllte auch neue, in China hergestellte Waffen. Große Beachtung fanden ein mobiler Laser, der zur Abwehr von Drohnenschwärmen dienen könnte, und eine torpedoförmige Unterwasser-Drohne sowie ein unbemanntes Patrouillenboot. Außerdem zeigte die Volksbefreiungsarmee Hyper- und Überschallraketen.

Nach der Parade setzten sich Putin und Kim zusammen. Dabei betonte Putin die enge Partnerschaft beider Länder. Im Rahmen eines militärischen Beistandspakts entsandte Kim Tausende Soldaten nach Russland, die halfen, ukrainische Truppen aus dem Grenzgebiet Kursk zu verdrängen. Bei den Kämpfen wurden nach Einschätzung des südkoreanischen Geheimdienstes etwa 2000 Nordkoreaner getötet.

Kim war mit seiner Schwerster Kim Yo-jong und seiner Tochter extra für die Parade zu einer seiner seltenen Auslandsreisen aufgebrochen. Für seine Tochter war es die erste offiziell bekannte Reise außerhalb von Nordkorea. Unter Beobachtern gilt das junge Mädchen als mögliche Nachfolgerin ihres Vaters. Putin war bereits seit dem Wochenende in China, wo er beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit mit Xi für eine neue Weltordnung jenseits westlicher Dominanz warb.

Dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zufolge erwartet Moskau eine Fortsetzung der Gespräche zwischen Russland und der Ukraine. Dabei müssten allerdings die territorialen Realitäten anerkannt und neue Systeme von Sicherheitsgarantien geschaffen werden, erklärte er. Russland griff unterdessen die Ukraine erneut mit mehr als 500 Drohnen und Marschflugkörpern an. (TT, dpa, APA)