Von Schilcher bis Traminer
Die Entwicklung der steirischen Weinwirtschaft ist ein Beweis für die Dynamik und Innovation der steirischen Winzer. Seit Jahren zählen einige zu den weltbesten Sauvignon-Blanc-Produzenten.
Von Peter Weirather
Der Weinbau hat in der Steiermark eine lange Tradition. Seit jeher wird dort die Vielfalt der Rebsorten gepflegt, obwohl das Gebiet mit einer Rebfläche von rund 5100 Hektar nicht wirklich groß ist. Der Schilcher hat dort ebenso seinen Platz wie der Traminer, der Welschriesling und der Morillon (so wird der Chardonnay hier genannt) oder eben der Sauvignon Blanc. Daneben spielen noch etliche andere Sorten eine Rolle.
Weinkenner verbinden die Steiermark heute in erster Linie mit Sauvignon Blanc. Tatsächlich ist das mittlerweile die Rebsorte Nummer eins des Landes. Das war aber nicht immer so. Bis vor zehn Jahren waren Welschriesling und Weißburgunder die führenden Rebsorten. Aber seit der Jahrtausendwende hat der Sauvignon Blanc kontinuierlich aufgeholt. Das schlug sich auch in der Qualität der Weine nieder. Und in der jüngeren Zeit vergeht kein Jahr, in dem nicht ein steirischer Winzer bei internationalen Wettbewerben mit Sauvignon Blanc auf dem Siegertreppchen steht.
Schilcherheimat
Abgesehen davon hat die Vielfalt in der Steiermark aber weiterhin Bestand. Das ergibt sich auch aus den unterschiedlichen Gebieten. Weintechnisch gibt es drei Herkunftsgebiete: Weststeiermark DAC, die in erster Linie Schilcherheimat ist. Südsteiermark DAC, das eigentliche Kerngebiet mit den elegantesten Sauvignon Blancs, und schließlich Vulkanland-Steiermark DAC. Das im Südosten gelegene Gebiet ist das wärmste, weil noch der Einfluss des pannonischen Klimas wirksam ist. Zu den Besonderheiten zählen auch, wie bereits der Gebietsname verrät, die vulkanischen Böden. Vor allem rund um Klöch, ganz im Südosten, sind das die dominierenden Böden und mit dem vorhandenen Kleinklima ideale Voraussetzungen für Traminer. Ansonsten finden die weißen Burgundersorten im Vulkanland beste Bedingungen. Sauvignon Blanc ist hier nicht die Nummer eins, trotzdem gibt es einige großartige Vertreter.
Schieferböden
Zur Südsteiermark gehört auch das Sausal. Hier liegen nicht nur die höchsten Weingärten, sondern Schieferböden bilden eine Besonderheit, die sich im Ausdruck der Weine stark bemerkbar macht.
Der Anblick der sanften Hügellandschaft im Süden verzaubert die Besucher, täuscht aber auch darüber hinweg, dass hier viele Weingärten sehr steil sind. Arbeit bedeutet deshalb Schwerstanstrengung.
Die Böden sind abwechslungsreich, von Sand und Schiefer bis zu Mergel und Kalkstein. Feuchtwarmes, mediterranes Klima bestimmt den langen Vegetationsverlauf, kühle Nächte fördern die Entwicklung einer reichhaltigen Aromatik. Welschriesling, Muskateller, Weißburgunder und Chardonnay sind nach Sauvignon Blanc die wichtigsten Rebsorten.
Im Frühjahr und jetzt im Herbst lockt die Steiermark viele Besucher an, die über die zahlreichen Weinstraßen die Landschaft bewundern und letztlich in einer der Buschenschanken Pause machen.