Angehörige der Geiseln fordern ein Ende des Krieges und rufen zu Protesten auf
In Israel wird der Druck auf Premier Netanjahu, einer Waffenruhe zuzustimmen, immer größer. Doch dieser will den Krieg nicht beenden.
Jerusalem – Nach der Zustimmung der islamistischen Hamas zu einem umfassenden Waffenruhe-Abkommen fordern nun auch Angehörige der immer noch festgehaltenen israelischen Geiseln eine sofortige Rückkehr zu Verhandlungen. „Wir rufen Regierungschef Netanjahu, die US-Regierung und die Vermittler dazu auf, die Verhandlungsteams sofort einzuberufen und sie so lange am Verhandlungstisch sitzen zu lassen, bis ein Abkommen erzielt ist“, hieß es in einer Mitteilung des Forums der Angehörigen.
„Ganz Israel sehnt sich nach einer Sache: der Umsetzung des Witkoff-Vorschlags im Rahmen einer umfassenden Vereinbarung, die alle 48 Geiseln nach Hause bringt und diesen Krieg beendet.“ Der Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff sah eine 60-tägige Waffenruhe vor, während der zunächst zehn lebende Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge freikommen. „Geht auf die Straßen, steht an unserer Seite und ruft nach der Rückkehr aller Geiseln und nach einem Ende des Krieges“, forderten die Angehörigen der Geiseln.
Netanjahu fordert Freilassung aller Geiseln auf einen Schlag
Premier Netanjahu beharrt jedoch inzwischen auf einem umfassenden Deal, bei dem alle Geiseln auf einen Schlag freigelassen werden. Zudem pocht er auf eine Kapitulation und Entwaffnung der Hamas sowie die Beibehaltung der Sicherheitskontrolle im Gazastreifen.
Die Hamas hatte am Mittwoch erklärt, sie warte auf eine Antwort Israels auf den Vorschlag der internationalen Vermittler für eine Waffenruhe. Man sei zu einem „umfassenden Abkommen“ mit Freilassung aller Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge bereit. Netanjahu sprach von einer „weiteren Manipulation“ der Terrororganisation. Unterdessen wurde gestern Israels Präsident Isaac Herzog in Privataudienz von Papst Leo XIV. empfangen.
Modekette gegen Hunger
Eine israelische Modekette hat eine Kampagne gegen Hunger im Gazastreifen gestartet. Unter dem Motto „Dem Hunger Widerstand leisten“ waren in sozialen Medien schwarz gekleidete israelische Köchinnen und ein Koch vor schwarzem Hintergrund zu sehen, die leere Töpfe in der Hand hielten. Die in Israel bekannte Modekette Comme il faut schrieb auf ihrer Webseite: „In kurzer Fahrtentfernung von uns hungern Menschen.“ Man habe das dringende Bedürfnis gehabt, „im Namen all derer zu schreien, die nicht schreien können“. (TT, dpa, APA)
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