Gespräche über Abschiebungen: Warum Taliban-Beamte in Wien waren
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) will Abschiebungen auch nach Afghanistan durchführen. Bereits im Jänner waren österreichische Beamte in Kabul.
Wien – Vertreter des afghanischen Taliban-Regimes haben Österreichs Innenministerium einen Besuch abgestattet. Einen entsprechenden Bericht des Standard bestätigte das Ressort. Gespräche und Kooperation zwischen der afghanischen Administration und dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) seien notwendig, um Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan umzusetzen, heißt es in einer Stellungnahme.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) ist bestrebt, vor allem straffällig gewordene und abgelehnte afghanische Asylwerber in ihr Heimatland abzuschieben, obwohl dort das radikal-islamische Taliban-Regime an der Macht ist. „Diese Ankündigung wird konsequent umgesetzt, um afghanische Straftäter in ihr Heimatland abschieben zu können“, betont er. Deutschland hat bereits Abschiebungen nach Kabul vorgenommen.
Anerkennung der Taliban?
Die Beamten der Taliban-Administration haben sich in Vorbereitung von Abschiebungen an der Identifizierung von mehr als 20 Personen beteiligt, bestätigt das Innenministerium. Beamte des BFA hatten zu Beginn des Jahres Afghanistan besucht.
Es handelte sich also zumindest um den zweiten bilateralen Kontakt. Derartige Kontakte sind umstritten, weil sie zumindest eine indirekte Anerkennung des Taliban-Regimes bedeuten. (TT, APA)
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