Wanderschaft mit unbekanntem Ziel: Wo Elch Emil in Österreich schon Station machte
Der Geweihträger aus dem Norden ist seit vier Wochen in Niederösterreich unterwegs. Zuletzt wurde er in der Gegend von Amstetten gesichtet.
Niederösterreich ist seit mittlerweile fast vier Wochen „Elch-Land“. Seit der ersten Sichtung am 19. August in Mistelbach hat der Gast aus dem Norden, der mutmaßlich aus Polen kommend über Tschechien eingewandert ist, viele Kilometer zurückgelegt und zumindest drei Mal die Donau gequert. Am Montag ließ sich „Emil“ vorerst nicht blicken.
Mittlerweile hat das Tier mit mehr als 14.000 Mitgliedern auf der Facebook-Fanseite „Emil der Elch“ sieben niederösterreichische Bezirke abgeklappert: Mistelbach, Korneuburg, Tulln, St. Pölten sowie die Landeshauptstadt selbst, Melk, Amstetten und zuletzt Scheibbs. Die jüngste Sichtung wurde am Sonntag aus Ochsenbach in der Marktgemeinde Steinakirchen am Forst gemeldet.
Tierschützer warnen vor „Elchtourismus“
Seit er in Österreich ist, zieht Emil immer wieder Schaulustige ab. Tierschutz Austria warnt vor „Elchtourismus“. Der Wirbel um Emil gefährde das Tier. Emil sei „ein Wildtier, kein Maskottchen“, betonte Stephan Scheidl, Tierheimleiter von Tierschutz Austria.
Der Besuch in Niederösterreich sei nicht so ungewöhnlich. „Elche waren bis ins 17. Jahrhundert auch in Mitteleuropa heimisch, einzelne Tiere durchqueren immer wieder Regionen wie das Waldviertel.“ Emil sei demnach „ein seltener, aber keineswegs exotischer Gast“, berichtet Scheidl.
Rechtlich sei der „Wahl-Niederösterreicher“ sicher, sagt Tierschutz Austria: Elche zählten zwar zu den jagdbaren Arten, seien in Österreich jedoch ganzjährig geschont. Ein Abschuss wäre nur in absoluten Ausnahmefällen - etwa bei akuter Gefahr für die öffentliche Sicherheit - erlaubt. (APA)
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